Terrorverdächtiger in Brüssel niedergeschossen

Laurien Gschwend, 20. Juni 2017, 22:25 Uhr
Im Brüsseler Hauptbahnhof hat ein Soldat nach Angaben der belgischen Polizei am Dienstagabend einen Terrorverdächtigen ausser Gefecht gesetzt. Es habe eine kleine Explosion in der Nähe der angeschossenen Person gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Es sei niemand sonst zu Schaden gekommen. Die Situation sei unter Kontrolle. Medienberichte, denen zufolge die Person einen Sprengstoffgürtel trug, konnte der Sprecher nicht bestätigen.

«Es gab eine kleinere Explosion an oder bei dem Mann», sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ine van Dymersch, am Dienstagabend gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

«Allahu Akbar» gerufen

Es war unklar, ob der Angeschossene noch lebt. Gemäss einem Augenzeugen soll der Verdächtige noch «Allahu Akbar» (Gott ist gross) gerufen haben.

Die Explosion habe im Hauptbahnhof und auf den Perrons Panik ausgelöst. Der Bahnhof sei dann evakuiert und der Bahnverkehr unterbrochen worden, meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Der nahegelegene Grosse Platz, Hauptsehenswürdigkeit Brüssels, wurde nicht geräumt, berichtete eine dpa-Reporterin.

Die Bahngesellschaft NMBS informierte über den Unterbruch:

Der geräumte Bahnhof werde durchsucht. Auch umliegende Gebäude würden vorsichtshalber geräumt, sagte van Dymersch von der Staatsanwaltschaft. Die Regierung von Premier Charles Michel verfolge die Ereignisse im Krisenzentrum, sagte Regierungssprecher Frédéric Cauderlier.

Patrouillen seit Anschlägen in Paris und Brüssel

In Brüssel patrouillieren an zahlreichen Orten Soldaten, nachdem die Spur der Attentäter von Paris, die im November 2015 130 Menschen töteten, in die belgische Hauptstadt führte.

Im März 2016 verübten islamische Terroristen, die Verbindungen zu der Pariser Gruppe hatten, zwei Bombenanschläge in Brüssel. Dabei starben 32 Personen. Am Donnerstag und Freitag findet in Brüssel der EU-Gipfel statt.

Twitter-User Rémy Bonnaffé hat ein Bild von der Explosion gemacht:

Das Militär erreicht den Brüsseler Hauptbahnhof:

Laurien Gschwend
Quelle: SDA/red.
veröffentlicht: 20. Juni 2017 21:30
aktualisiert: 20. Juni 2017 22:25