Täter psychisch krank

Tödliche Messerattacke in Mailand – Fussballprofi «hat Glück gehabt»

28. Oktober 2022, 06:05 Uhr
Italien steht nach einer Messerattacke in Mailand unter Schock. Die Behörden schliessen einen terroristischen Hintergrund aus und gehen von einer psychischen Krankheit beim Täter aus.
Ein Mann hat in einem Einkaufszentrum in Mailand auf mehrere Leute eingestochen und mindestens fünf Personen verletzt.
© Keystone/LaPresse/AP/Uncredited
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Nach der tödlichen Messerattacke eines 46-Jährigen in einem Mailänder Einkaufszentrum herrscht in Italien Bestürzung. Der Mann tötete am Donnerstagabend einen Mitarbeiter eines Supermarktes und verletzte fünf weitere Menschen, einige von ihnen schwer.

Unter den Opfern, die in Spitäler gebracht wurden, war auch ein Fussballprofi des Erstligisten AC Monza. Der vom englischen Topclub FC Arsenal nach Italien verliehene Pablo Marí wurde vom Täter am Rücken verletzt, schwebe aber nicht in Lebensgefahr.

Fussballer musste ins Spital geflogen werden 

«Er sagt, dass er Glück gehabt hat», berichtete Monza-Geschäftsführer Adriano Galliani nach dem Besuch bei seinem Spieler in der Klinik. Der 29 Jahre alte Verteidiger war mit seiner Familie beim Einkaufen, als er von dem Täter attackiert wurde.

Das Messer habe keine wichtigen Organe verletzt, berichtete Galliani. Arsenal hatte zuvor getwittert, dass es dem Fussballer nach dessen Einlieferung in das Spital mit einem Helikopter den Umständen entsprechend gut gehe.

Kein terroristischer Hintergrund 

Die Ermittler gingen zunächst davon aus, dass der Täter psychisch krank war. Einen terroristischen Hintergrund schlossen sie aus. Der Italiener hatte in dem Supermarkt plötzlich ein Messer aus dem Regal genommen und um sich gestochen. Bei dem Angriff starb ein 47 Jahre alter Angestellter des Supermarktes. Zu den Passanten, die den Angreifer stoppten und später den Carabinieri übergaben, gehörte nach Berichten auch der ehemalige Fussballprofi Massimo Tarantino.

Die Verletzten sind zwischen 28 und 81 Jahre alt, wie Medien berichteten. Der Präsident der Region Lombardei, Attilio Fontana, sprach von einem «bitteren Abend». Politiker – etwa der jüngst an die Regierung gekommenen Rechtsparteien – forderten ein härteres Vorgehen gegen die Gewalt in der norditalienischen Metropole.

(sda/ris)

Quelle: BärnToday
veröffentlicht: 28. Oktober 2022 06:06
aktualisiert: 28. Oktober 2022 06:06