Russland

Tschechischer Innenminister verzichtet nach Streit auf Moskau-Reise

17. April 2021, 11:31 Uhr
ARCHIV - Jan Hamacek, Innenminister von Tschechien, beantwortet Fragen von Journalisten. (Archivbild) Foto: Josef Vostárek/CTK/dpa
© Keystone/CTK/Josef Vostárek
Der tschechische Innenminister Jan Hamacek verzichtet auf seine umstrittene Moskau-Reise. Der Sozialdemokrat wollte ursprünglich am Montag in Russland über etwaige Lieferungen des Corona-Impfstoffs Sputnik V verhandeln.

Seine Anwesenheit bei einer Kabinettssitzung in Prag sei zwingend erforderlich, teilte der 42-Jährige am Samstag bei Twitter mit.

Sowohl die Opposition als auch der Koalitionspartner ANO hatten die Reisepläne scharf kritisiert. Ministerpräsident und ANO-Gründer Andrej Babis drohte sogar an, die Nutzung eines Regierungsflugzeuges zu untersagen. Impfstoffe gehörten nicht zum Aufgabenbereich Hamaceks, der derzeit kommissarisch auch das Aussenministerium leitet. Babis betonte, dass man die Zulassung der EU-Arzneimittelbehörde EMA für Sputnik V abwarten wolle.

Die Minderheitsregierung steht weniger als sechs Monate vor der Parlamentswahl wegen des Tempos der Impfkampagne unter Druck. Das Nachrichtenportal Seznamzpravy.cz berichtete, die Regierung habe bei der gemeinsamen EU-Bestellung die Kontingente nicht ausgeschöpft. Statt 6,9 Millionen Astrazeneca-Dosen seien nur drei Millionen bestellt worden. Vom Impfstoff von Johnson & Johnson seien zwei Millionen statt der maximal möglichen knapp 4,8 Millionen Dosen geordert worden. Ähnlich sehe es bei anderen Vakzinen aus.

Quelle: sda
veröffentlicht: 17. April 2021 11:20
aktualisiert: 17. April 2021 11:31