Über 100 Zivilisten in Algier verletzt

9. März 2019, 13:05 Uhr
Bei Zusammenstössen am Rande von Massenprotesten in Algerien sind am Freitag zahlreiche Zivilisten und Polizisten verletzt worden. (Archivbild)
Bei Zusammenstössen am Rande von Massenprotesten in Algerien sind am Freitag zahlreiche Zivilisten und Polizisten verletzt worden. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP/TOUFIK DOUDOU
Bei Zusammenstössen am Rande der Massenproteste gegen Algeriens Präsidenten Abdelaziz Bouteflika sind auch mehr als 100 Zivilisten verletzt worden. Einige von ihnen hätten Tränengas eingeatmet, hiess es am Samstag aus einem Spital in der Hauptstadt Algier.

Andere seien von Steinen oder Gummigeschossen getroffen worden. Die algerischen Sicherheitsbehörden hatten zuvor auch von mehr als 100 verletzten Polizisten berichtet.

Am Freitag waren in Algier zunächst Zehntausende bei friedlichen Protesten gegen die erneute Kandidatur des Staatschefs auf die Strassen gegangen. Nach Ende der Demonstrationen kam es zu Zusammenstössen mit der Polizei. Offizielle Angaben sprachen von «Chaoten», die im Nationalmuseum für Altertümer und Islamische Kunst randaliert und geplündert hätten. Bilder zeigten ausgebrannte Räume und zerstörte Vitrinen. 195 Menschen wurden festgenommen.

Seit Ende Februar kommt es landesweit immer wieder zu Protesten gegen den 82 Jahre alten Bouteflika. Er ist seit 20 Jahren an der Macht und will sich bei einer Abstimmung am 18. April erneut wählen lassen. Nach einem Schlaganfall sitzt er im Rollstuhl und hat grosse Probleme beim Sprechen. Derzeit ist er zur Untersuchung in Genf. Am Samstagnachmittag wollen Gegner Bouteflikas in Genf demonstrieren.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 9. März 2019 12:30
aktualisiert: 9. März 2019 13:05