Umstrittener US-Kardinal Law nach langer Krankheit gestorben

20. Dezember 2017, 15:00 Uhr
Bernard Law in einer Aufnahme aus dem Jahr 2013. Der US-Kardinal hatte im Zuge eines 2002 ans Licht gekommenen Missbrauchsskandals zugegeben, einen pädophilen Priester gedeckt zu haben. (Archiv)
Bernard Law in einer Aufnahme aus dem Jahr 2013. Der US-Kardinal hatte im Zuge eines 2002 ans Licht gekommenen Missbrauchsskandals zugegeben, einen pädophilen Priester gedeckt zu haben. (Archiv)
© Keystone/AP/Gregorio Borgia
Der umstrittene US-Kardinal Bernard Law ist tot. Law sei am Mittwochmorgen nach langer Krankheit gestorben, teilte der Vatikan mit. Der 86-Jährige war kürzlich in Rom in ein Spital eingeliefert worden. Law stand im Mittelpunkt des Missbrauchsskandals.

Der 1931 in Mexiko geborene Geistliche trat im Dezember 2002 als Erzbischof von Boston unter massivem Druck zurück, nachdem Zeitungen über Missbrauchsfälle in seiner Diözese berichtet hatten.

Über Jahrzehnte hinweg hatten Dutzende Priester Minderjährige missbraucht. Law hatte die Skandale vertuscht, pädophile Priester versetzt und vor Strafen der Behörden geschützt. Der Kardinal wurde unter anderem im Film «Spotlight» erwähnt, der darstellt, wie ein Journalistenteam des «Boston Globe» die Missbrauchsfälle aufdeckte.

Nach seinem Rücktritt war Law von Papst Johannes Paul II. nach Rom berufen worden. 2005 hielt Law für das verstorbene Kirchenoberhaupt die Trauermesse. Von 2004 bis 2011 war er Priester in der Kirche Santa Maria Maggiore.

Papst Franziskus sprach dem Kardinalskollegium in einem Telegramm sein Beileid aus. Die Trauermesse soll am Donnerstag im Vatikan stattfinden.

«Wir sind sicher, dass viele Menschen gemischte Gefühle über den Tod von Kardinal Bernard Law haben», hiess es unterdessen in einer Erklärung des Netzwerks der Überlebenden von Missbrauch durch Priester (SNAP). Statt Priester zu würdigen, die sexuellen Missbrauch vertuscht hätten, müsse der Vatikan Kinder beschützen und sich um diejenigen kümmern, die verletzt worden seien.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 20. Dezember 2017 09:11
aktualisiert: 20. Dezember 2017 15:00