Harry und Meghan

«Unkritisch» – Kritik an royalem Skandal-Interview

9. März 2021, 13:30 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit / TalkTäglich

Das Interview von Prinz Harry und Herzogin Meghan mit der Talkmasterin Oprah Winfrey hat für weltweites Aufsehen gesorgt. Zwei Experten haben das Interview unter die Lupe genommen.

Rassismus, fehlende Unterstützung, Suizidgedanken. Das Interview, das der US-Sender CBS in der Nacht auf Montag ausgestrahlt hat, hat es in sich. Harry und Meghan äusserten während der 90-minütigen Sendung viel Kritik am britischen Königshaus. People-Journalistin Flavia Schlittler und Royal-Experte René Haenig üben wiederum Kritik am Skandal-Interview.

Nicht adressierte Rassismus-Vorwürfe

Im Interview offenbarte Meghan, dass eine Person im Umfeld Bedenken wegen der Hautfarbe ihres Kindes geäussert habe. «Man muss sagen, es ist starker Tobak, der herausgelassen wurde, ohne konkret jemandem beim Namen zu nennen», sagt Haenig über den Rassismus-Vorwurf von Meghan. Flavia Schlittler findet, die beschuldigte Person hätte beim Namen genannt werden müssen, sonst beschuldige man plötzlich alle. «Meghan wurde mit offenen Armen empfangen. Hätte die Queen gesagt, sie wolle niemanden mit afroamerikanischen Wurzeln, hätte sie das Harry gesagt.»

Keine Hilfe bei Suizidgedanken 

Auch gestand Meghan, Suizidgedanken gehabt und dabei keine Unterstützung erhalten zu haben. People-Journalistin Schlittler kann die Verzweiflung Meghans verstehen. «Das ist natürlich schlimm. Ich glaube, dass das so war.» Schlittler geht jedoch nicht davon aus, dass es Meghan und Harry vollkommen unmöglich war, Hilfe zu organisieren.

«Was ich Meghan nicht abnehmen: Sie verkauft sich, als wäre sie so naiv gewesen», so Schlittler. Die Journalistin spricht beispielsweise die Geschichte mit dem Hofknicks an, den die Herzogin fünf Minuten vor dem Treffen mit der Queen geübt haben soll. «Meghan wurde jahrelang auf diese Rolle vorbereitet. Das muss man mit Vorsicht geniessen.»

Unkritisches Interview

Schlittler äussert ausserdem Kritik an Oprah Winfrey. «Sie hat einfach keine kritischen Fragen gestellt.» Auch habe sie nicht genügend nachgefragt. Beispielsweise bei der Aussage Harrys, dass er seinen Vater telefonisch einige Male versucht habe zu erreichen, Charles aber nie das Telefon abgenommen haben soll. Wie oft Harry versucht hat, seinen Vater anzurufen, bleibt unklar.

Schlittler meint auch, dass Meghan die Treiberin des Interviews war. «Das ist ihr Geschäftsmodell. ‹Ich muss medial stattfinden.›» Nun sei Meghan Thema unter allen Prominenten, das sei sie zuvor nicht gewesen. Meghan sehe sich als Star.

Kein Zurück für Harry

Harry sei aber kein Opfer, so Haening. «Er hat in Meghan eine Seelenverwandte gefunden. Sie haben dasselbe durchgemacht», spricht der Experte die Kindheit der beiden an. «Das verbindet.» Meghan helfe zudem Harry, in den USA Fuss zu fassen. Es gebe für ihn kein zurück mehr. «Das schweisst zusammen.»

«Vielleicht ist ihm nicht ganz klar, was richtig zu tun ist. Das Interview war nicht unbedingt der richtige Schritt», so der Royal-Experte. «Die sind nun in einer eigenen Bubble», ergänzt Schlittler.

(red.)

Quelle: CH Media Video Unit
veröffentlicht: 9. März 2021 16:19
aktualisiert: 9. März 2021 13:30