Höchste Warnstufe

Venedig aktiviert Flutschutztore wegen starken Hochwassers

22. November 2022, 15:04 Uhr
In Venedig herrscht Hochwasser mit einem Pegel von 1,70 Meter über dem Normalstand. Ohne die Flutschutztore namens «Mose» wären fast alle Fussgängerwege Venedigs überflutet. Die Bewohner sind froh, bewahrt «Mose» die Stadt davor.
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Venedig hat wegen starken Hochwassers seine Flutschutztore ausgefahren. Der Pegel in der norditalienischen Stadt erreichte einen Stand von etwa 170 Zentimetern über dem Normalstand, wie die Kommune am Dienstagvormittag mitteilte. Damit gilt die höchste Warnstufe.

Bereits in den frühen Morgenstunden fuhr die Stadt den Mechanismus für Flutschutz, abgekürzt «Mose», aus. Ohne den Flutschutz wären bei diesem Wert rund 80 Prozent der Fussgängerwege in der bei Touristen beliebten Lagunenstadt überflutet. Laut der Kommune würde ein solcher Pegel ausserdem bedeuten, dass Menschen auf dem berühmten Markusplatz fast hüfthoch im Wasser stünden. Auf Live-Bildern waren dort am Dienstag Stege zu sehen und Menschen, die über den verregneten Platz liefen, unter Wasser stand er allerdings nicht.

User auf Twitter zeigen sich dankbar für «Mose». «Gott segne Mose», schreibt eine Userin. Ein weiterer meint erleichtert: «Wenn es Mose nicht gäbe». Ein User jubelt: «Mose hat Venedig gerettet! Seine Bürger, seine Schönheiten, seine Arbeitenden.»

Rekord-Flut für «Mose»

Das System aus 78 gelben, an drei Zugängen zur Lagune installierten Klappen ist seit 2020 in Betrieb. Vor allem im Herbst, wenn Regen und Stürme die Wasserstände steigen lassen, fährt Venedig das milliardenschwere Bauwerk immer wieder hoch.

So sieht der Flutschutz aus. 

© Getty

Seitdem wurden grössere Hochwasser in der Unesco-Weltkulturerbe-Stadt vermieden. «Mose» musste seit seiner Inbetriebnahme bislang noch keine derart hohe Flut wie am Dienstag abwehren.

Schulen fallen aus

Das Salzwasser des Meeres ist ein Problem für die historischen Bauwerke, vor allem für die Mosaike und Kirchen-Fresken. Eine grössere Hochwasserlage gab es zuletzt etwa 2019, als in der Nacht vom 12. auf den 13. November ein Pegelstand von 187 Zentimetern über dem Normalwert gemessen wurde. Das historische Jahrhunderthochwasser in Venedig ist auf das Jahr 1966 datiert, damals schwoll das Wasser auf 194 Zentimeter an.

In anderen Teilen Italiens fielen wegen Unwetters und Starkregens am Dienstag ausserdem Schulen aus, wie etwa in der Küstengemeinde Ostia bei Rom oder auf Sardinien. Der Zivilschutz meldete örtlich umgestürzte Bäume und Überschwemmungen.

(sda/bza)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 22. November 2022 14:19
aktualisiert: 22. November 2022 15:04