Italien

Venedig will nach Hochwasser wieder mehr Touristen anlocken

8. Februar 2020, 12:14 Uhr
Auch kurz vor Weihnachten noch einmal acqua alta am Dogenpalast - Venedig wirbt um Touristen.
© KEYSTONE/AP/Luigi Costantini
Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro hat Touristen aufgerufen, nach dem verheerenden Hochwasser wieder in die Lagunenstadt zu kommen. Die Zahl der Besucher sei gesunken, sagte er am Samstag zum Beginn des Karnevals von Venedig.

«Das Schöne an diesem Karneval ist, dass weniger Leute da sind», so Brugnaro. Man könne noch in letzter Minute ein Hotel buchen - was normalerweise zur Karnevalszeit nicht möglich sei. Die Bilder vom Hochwasser hätten den Eindruck hinterlassen, Venedig sei zerstört. «Die Stadt ist komplett wiederhergestellt, sie ist schöner als vorher», sagte Brugnaro vor Journalisten aus dem Ausland.

Eine Flut hatte am 12. November fast das gesamte historische Zentrum der italienischen Unesco-Stadt unter Wasser gesetzt. Es folgten mehrere Tage, an denen die Serenissima immer wieder unter Wasser stand. Seitdem klagten Hoteliers über weniger Buchungen und Falschinformationen. Zum acqua alta kam noch das Coronavirus, was die Zahl der chinesischen Touristen verringerte.

Nicht alle in Venedig sind allerdings darüber unglücklich. Denn die Stadt ist eine der beliebtesten Touristendestinationen weltweit und klagt normalerweise über den Massenandrang. Der historische Kern der Stadt auf den über hundert Inseln, dessen Einwohnerzahl stetig abnimmt und heute nur noch gut 50'000 beträgt, wird jedes Jahr von rund 30 Millionen Touristen heimgesucht, viele von ihnen übernachten nicht.

Venedig war bis 1797, bevor Napoleon mit seiner Armee einmarschierte, Hauptstadt der Republik Venedig und mit damals über 180'000 Einwohnern eine der grössten europäischen Städte. Bis ins 16. Jahrhundert war sie eine der bedeutendsten Handelsstädte, über die der überwiegende Teil des Handels zwischen Westeuropa und dem östlichen Mittelmeer abgewickelt wurde. Venedig unterhielt die meisten Handels- und Kriegsschiffe. I

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. Februar 2020 12:10
aktualisiert: 8. Februar 2020 12:14