Weihnachten weltweit: So feiern andere

Vanessa Kobelt, 24. Dezember 2018, 20:33 Uhr
BBQ anstatt Raclette: In vielen Ländern feiert man Weihnachten ganz anders als bei uns.
© istock
Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch an Weihnachten. Hier erfährst du, wie (kurios) die Menschen in anderen Ländern das Weihnachtsfest feiern.

Hausgeister besänftigen, Fische pflegen oder Holzbalken verbrennen: In vielen Teilen auf der Welt wird Weihnachten anders gefeiert als bei uns. Nicht nur der Ablauf des Weihnachtsfestes, auch das Essen und die Geschenkrituale unterscheiden sich.

Satt in Schweden

Wer das Weihnachtsfest in schwedischem Hause feiert, wird bestimmt nicht mit leerem Magen heimkehren. Beim mehrgängigen Weihnachtsbuffet «Julbord» wird in geselliger Runde ausgiebig geschlemmt. Als Apéro gibt es einen «Glögg» (Glühwein), bevor als erster Gang eingelegter Hering und Lachs serviert wird. Zum Hauptgang kommen «Köttbullar» (Fleischbällchen) und Wildspezialitäten wie Elch auf den Tisch. Auch die Hausgeister müssen nicht hungern. Sie werden mit Milchbrei besänftigt, den man vor die Tür stellt. Zwischendurch empfiehlt es sich zu lüften, denn der Weihnachtsmann wirft Geschenke gerne durchs Fenster hinein.

Traditionell in Grossbritannien

Die Briten legen ihre Geschenke an Heiligabend unter den Baum. Anders als bei uns, werden sie aber er erst am nächsten Morgen ausgepackt. Dazu machen sie es sich gerne vor dem Fernseher gemütlich und verfolgen traditionell die jährliche Weihnachtsbotschaft der Queen. Als Festschmaus landen bei den Briten oft Truthahn oder Roastbeef mit Bratkartoffeln und Rosenkohl auf dem Tisch. Als Nachspeise wird gerne Plum-Pudding serviert. Mit einem «Christmas Cracker» und einem Knallbonbon, das mit kleinen Geschenken gefüllt ist, wird das britische Weihnachtsfest abgerundet.

Mystisch in Lettland

Richtig mystisch wird es zur Weihnachtszeit in Lettland. Dort vermischen sich an Heiligabend christliche mit heidnischen Bräuche. Ausserdem wird die Wintersonnenwende gefeiert. Die Menschen verkleiden sich als Tiere und ziehen von Haus zu Haus, um böse Geister zu vertreiben. Ein Holzbalken wird verbrannt, um der Sonne wieder Kraft zu geben. Die Letten schmücken ihren Weihnachtsbaum gerne mit Strohsternen und getrockneten Blumen. Das Abendessen ist meist richtig deftig, es kommen Spezialitäten wie Blutwurst, Sauerkraut, Schweinebraten und Teigtaschen mit Speckfüllung namens «Pirogi» auf den Tisch. Auch mal ziert ein ganzer Schweinekopf die Tafel.

Lebendig in Tschechien

In Tschechien isst man an Heiligabend traditionell einen Weihnachtskarpfen mit Kartoffelsalat. Dieser ist besonders frisch, denn er wird schon einige Tage vor Weihnachten gekauft - und zwar lebend.  Bis er auf dem Tisch landet, schwimmt er in der heimischen Badewanne, wo er liebevoll umsorgt wird. Guten Appetit!

Besch***** in Katalonien

Auch die Katalanen kennen die Weihnachtskrippe, die man bei uns unter dem Weihnachtsbaum oder in der Kirche findet. Auf den ersten Blick erkennt man zunächst keinen Unterscheid. Schaut man sich die katalanische Krippe aber genauer an, glaubt man erst, jemand habe sich einen Scherz erlaubt. Etwas abseits von den anderen Figuren steht ein sogenannter Caganer - übersetzt Scheisser. Eine Figur in traditioneller Kleidung katalanischer Bauern mit heruntergelassenen Hosen. Selbst die Kirche hat nichts dagegen. Diese Tradition stammt aus dem 18. Jahrhundert. Mit der Hilfe des Caganers soll der Boden gedüngt werden, was zu einer besseren Ernte im nächsten Jahr führt.

Ein Caganer ist eine eigenwillige Krippenfigur aus dem katalanischen Kulturkreis. Sie stellt eine Person mit heruntergelassenen Hosen dar, die sich im Umfeld der Geburt Jesu erleichtert. (Bild: iStock)

Sommerlich in Neuseeland

Neuseeländer kennen Weihnachten nur mit sommerlichen Temperaturen. Deswegen wird Weihnachten in Neuseeland nicht mit Glühwein und Plätzchen im trauten Heim verbracht, sondern eher mit der Familie am Strand gepicknickt oder eine BBQ gemacht, also gegrillt. Beliebt sind auch Gerichte mit verschiedenen Beeren, beispielsweise Brom-, Erd- und Himbeeren mit Eis. Zudem mögen die Neuseeländer an Weihnachten einen einheimischen Kuchen namens «Pavlova» aus Sahne und Eiweiß, der mit Kiwi-Scheiben bedeckt ist.

Früh im Kosovo

Der frühe Vogel fängt den Wurm! Im Kosovo beginnt der Heilige Abend um 4 Uhr morgens, der erste Weihnachtstag um 5 Uhr morgens. Die Familien gehen mit frischgebackenem Brot und Wein in den Garten. Der Älteste macht einen grossen Kreis aus Stroh um die Familie herum und setzt ein Kreuz in der Mitte. Danach gibt es ein Feuerwerk. Als Weihnachtsessen gibt es meist Bohnen, Pite mit Kürbis, Salate, Fisch, Wein und anderes.

Vanessa Kobelt
Quelle: kov
veröffentlicht: 24. Dezember 2018 20:33
aktualisiert: 24. Dezember 2018 20:33