Wieder Panne bei deutschem Regierungsflieger

1. März 2019, 06:36 Uhr
Einer von 14 deutschen Staatsfliegern: Airbus A340 "Konrad Adenauer". (Archivbild)
Einer von 14 deutschen Staatsfliegern: Airbus A340 "Konrad Adenauer". (Archivbild)
© KEYSTONE/AP dapd/Sebastian Willnow
Die Pannenserie bei den deutschen Regierungsfliegern reisst nicht ab: Aussenminister Heiko Maas ist zum Abschluss seiner fünftägigen Westafrika-Reise wegen eines Hydraulikschadens in Mali gestrandet.

Seine Maschine vom Typ A319 konnte ihn am Donnerstagabend nicht wie geplant von der malischen Hauptstadt Bamako zurück nach Berlin bringen. Der SPD-Politiker nahm es gelassen. «Ich bin jetzt mehr als 300'000 Kilometer pannenfrei geflogen», sagte er. Irgendwann erwische es jeden.

Eine grössere Ersatzmaschine vom Typ A340 wird nun am Freitagmorgen am Flughafen Köln/Bonn starten, um Maas und seine Delegation abzuholen. Der Minister kann dann voraussichtlich mit fast 20 Stunden Verspätung am Freitagnachmittag nach Berlin zurückfliegen. Mit ihm reisen drei Bundestagsabgeordnete sowie knapp 40 Mitarbeiter, Journalisten und Sicherheitskräfte.

Die Flugbereitschaft der Bundeswehr setzt die A319 für Kurz- und Mittelstrecken ein. Sie verfügt über 44 Sitzplätze und hat eine Reichweite von etwas mehr als 7000 Kilometern. Ein Sprecher der Luftwaffe sagte der Nachrichtenagentur DPA, an der Maschine sei ein Hydraulikleck in einer Grössenordnung festgestellt worden, die «ausserhalb der Toleranzgrenze» liege.

In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Pannen bei der Flugbereitschaft gekommen. Kanzlerin Angela Merkel kam deswegen zu spät zum G20-Gipfel in Buenos Aires. Entwicklungsminister Gerd Müller blieb für längere Zeit in Sambia hängen, musste sogar einen Besuch in Namibia absagen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steckte im November wegen eines Triebwerksdefekts stundenlang in Südafrika fest. Ein weitere kleinere Panne erwischte ihn erst kürzlich in Äthiopien. Und im Oktober legten Nagetiere in Indonesien die Maschine von Finanzminister Olaf Scholz lahm.

Müller hatte sich lautstark über die Pannen beschwert. Sie seien ein Debakel für Deutschlands Ruf als High-Tech-Land, schimpfte er. Das schade der Marke «Made in Germany». Derzeit gehören 14 Flugzeuge der Hersteller Airbus und Bombardier zur Flugbereitschaft.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat inzwischen die Beschaffung drei neuer Langstreckenmaschinen in Auftrag gegeben. «Das ist auch nötig, ich glaube, das merken alle», sagte sie Anfang Februar bei der Verkündung dieses Schritts.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 28. Februar 2019 23:44
aktualisiert: 1. März 2019 06:36