Wenn ein Altersheim zum Geisterhaus wird

Das 180-jährige Altersheim Forst in Altstätten schliesst im August fast ein Jahr früher als geplant. Der richtige Entscheid, wie Heimleitung und Stadt finden – dafür sind die wenigen Bewohner, die noch im «Forst» leben, von Einsamkeit betroffen.

Von rund 50 betagten Menschen sind jetzt, rund zwei Monate vor der Schliessung des Altersheims Forst, nur noch zwölf übrig. Manche Bewohner sind gestorben, andere leben bereits in einem anderen Heim. «Es gibt keine Stimmung mehr», beklagt Ernst Sonderegger, der den «Forst» seit sechs Jahren sein Zuhause nennt. Pflegeassistentin Manuela Niffermann sagt gegenüber TVO: «Die Bewohner gehen aus dem Haus, das ist traurig. Es lebt einfach nicht mehr.» Niffermann will an keinem anderen Ort arbeiten und lässt sich deshalb im Sommer frühpensionieren.

Es sei «höchste Zeit», den «Forst» zuzumachen, findet Heimleiterin Erika Bruhin. «Aber gleichzeitig blutet das Herz.» Die Situation im Haus sei schwierig. «Viele sind am packen und zügeln, auch das Personal geht.»

Vor ein paar Jahren seien die Leute früher ins Altersheim gegangen, erklärt Altstättens Stadtpräsident Ruedi Mattle (parteilos). Heute würden viele alternative Dienste wie betreutes Wohnen oder die Spitex in Anspruch nehmen. Zudem sei die Lage eines Altersheim in Zentrums- und Spitalnähe zeitgemässer als der Standort des «Forst».

Im TVO-Beitrag erfährst du, welche Massnahme das Heim ergriffen hat, damit sich die Bewohner nicht so einsam fühlen.

(red.)


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