Wer die Strasse verlässt, riskiert eine Busse

Die Gemeinde Grüsch verschärft den Wildschutz mit einem Betretungsverbot.
Die Gemeinde Grüsch verschärft den Wildschutz mit einem Betretungsverbot. © (KEYSTONE/Arno Balzarini)
Die Gemeinde Grüsch sagt den Hirschgeweih-Suchern den Kampf an. Wer in den kommenden Wochen in der Nacht in gewissen Gebieten die Strasse verlässt, zahlt eine Busse von 1000 Franken. Wiederholungstäter sogar 3000.


Mit einer Taschenlampe in der Hand schleichen Stangensucher im Wald umher und suchen nachts nach Hirschgeweihen, welche die Tiere in dieser Jahreszeit abstossen. Es scheint, dass Hirschgeweihe für zu Hause im Trend liegen. Denn der Gemeindepräsident von Grüsch, Marcel Conzett, sagt: «Wir haben tatsächlich bemerkt, dass sich immer mehr Leute auf die Suche nach den Abwurfstangen machen.»

Ein nächtliches Verbot

Deshalb wird die Gemeinde Grüsch aktiv. Als erste Gemeinde im Kanton Graubünden erliess sie im letzten Jahr ein Betretungsverbot in Wildeinstandsgebieten. Und auch in diesem Jahr kommt dieses ab Montag bis Ende März wieder zum Zug. «Uns geht es vor allem um den Wildschutz. Denn das Wild braucht jetzt absolute Ruhe», sagt Marcel Conzett. Die Strassen und Wege dürfen jeweils von 19 Uhr abends bis 7 Uhr morgens nicht verlassen werden.

Wer in den markierten Zonen die Strasse verlässt, riskiert eine saftige Busse.

Wer in den markierten Zonen die Strasse verlässt, riskiert eine saftige Busse. (Bild: zVg)

Wer trotzdem die Strasse verlässt und erwischt wird, muss tief in die Taschen greifen. «Wer sich nicht an das Gesetz hält, zahlt tausend Franken. Wiederholungstäter bestrafen wir mit bis zu dreitausend Franken», sagt Conzett. Im letzten Jahr wurden drei Personen gebüsst, die gegen dieses Betretungsverbot verstossen haben.

Vorreiterrolle im Kanton

Der Gemeinde Grüsch ist es ernst, sagt der Gemeindepräsident: «Wir haben elf Kontrolleure, die mit Ausweisen ausgestattet wurden. Dazu hilft die Polizei und die Wildhut mit.»
Auch andere Gemeinden im Kanton Graubünden sind an einem solchen Verbot und am Wildschutz interessiert. Einige Gemeinden hätten laut Marcel Conzett, die Unterlagen aus Grüsch verlangt.

(lae)


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