Weshalb Familien St.Gallen verlassen

Von Krisztina Scherrer
Der HEV hat St.Gallen unter die Lupe genommen.
Der HEV hat St.Gallen unter die Lupe genommen. © iStock
Das Bevölkerungswachstum geht zurück: St.Gallen muss in Zukunft vorankommen, findet der Hauseigentümer-Verband der Stadt St.Gallen. Mit seiner Studie zum Wohnstandort der Stadt möchte er neue, moderne und zeitgemässe Wohnkonzepte realisieren.

«St.Gallen hat als urbaner Lebensraum unglaublich viel Qualität. Wir müssen es jetzt nur schaffen, unsere Stärken zu pflegen und dann bin ich für die Stadt und ihre Zukunft zuversichtlich», sagt Christoph Solenthaler, Präsident des St.Galler Hauseigentümer-Verbandes (HEV).

Der Hauseigentümer-Verband hat in Zusammenarbeit mit dem Büro Fahrländer Partner Raumentwicklung eine Studie zum Wohnstandort St.Gallen erstellt. Der HEV will damit einen Impuls setzen: «Es geht darum, Antworten zu finden um in der Zukunft voranzukommen.»

Christoph Solenthaler glaubt an die Stadt St.Gallen. (Bild: FM1Today/Krisztina Scherrer)

«Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren»

In der Studie geht es um die Stadt St.Gallen, bezogen auf ihre Qualitäten als Wohnstandort. Sie beinhaltet Möglichkeiten für Familien zum Wohnen, steuerliche Fragen, den öffentlichen Verkehr und die Wanderungsbewegung. Gemäss Solenthaler gibt es einige Probleme, die die Stadt lösen muss: «Von den Steuern bis hin zu den öV und zur Entwicklung der Gebiete, es muss alles besser und schneller sein, damit wir den Anschluss nicht verlieren.»

Leute brauchen vernünftigen Wohnraum

«Momentan haben wir einen Negativ-Saldo, was das Bevölkerungswachstum angeht», erklärt Solenthaler. Vor allem der Wegzug von Familien trägt in St.Gallen zu den negativen Wanderungssaldi gegenüber den Gemeinden in der näheren Umgebung bei. Wohnungen mit grosszügigen und offenen Grundrissen in moderner Architektur sind gefragt, doch es wird zu wenig in Renovationen und Umbauten investiert. «Wir müssen für die Leute einen vernünftigen Wohnraum schaffen. Wir brauchen Wachstum. Nur so können wir unsere politischen Ideen finanzieren, ohne die Steuern zu erhöhen.»

«St.Gallen hat grosses Potenzial»

Trotzdem glaubt Solenthaler an St.Gallen: «Wir haben grosses Potenzial. Ich denke da an den Bahnhof Nord und West und an St.Fiden. Wir sollten da endlich eine Lösung finden und das Ganze wiederbeleben.»

Christoph Solenthaler (Präsident HEV), Dominik Matter (Fahrländer Partner FPRE) und Remo Daguati (Geschäftsführer HEV). (Bild: FM1Today/Krisztina Scherrer)

«Wir möchten die Sache zum Besseren verändern»

Der Hauseigentümer-Verband möchte mit der Stadtregierung, dem Parlament, anderen Verbänden und der Bevölkerung in einen Diskurs treten: «Wir möchten unsere Studie mit der ganzen Bevölkerung teilen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit unseren faktenbelegten Studie etwas anstossen. Wir möchten die Sachen zum Besseren verändern und zwar miteinander.»

Die ganze Studie zum Thema «Wohnstandort St.Gallen» kannst du hier anschauen.

(sk)


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