Algeriens Opposition fordert nach Massenprotesten Reformen

In Algerien gehen immer mehr Menschen für einen politischen Wandel auf die Strassen.
In Algerien gehen immer mehr Menschen für einen politischen Wandel auf die Strassen. © KEYSTONE/AP/TOUFIK DOUDOU
Nach neuen Massenprotesten in Algerien hat die Opposition Reformen und ein «Ende der politischen Manöver» gefordert. Präsident Abdelaziz Bouteflika müsse auf die Massenbewegung reagieren und die Anfang der Woche verkündeten Beschlüsse zurücknehmen.

Das forderte die Vorsitzende der algerischen Arbeiterpartei, Louisa Hanoun, bei einer Medienkonferenzkonferenz am Samstag. Bouteflika hatte nach den Protesten der vergangenen Wochen zwar angekündigt, nicht für eine fünfte Amtszeit als Präsident zu kandidieren, er verschob jedoch die geplante Wahl und verlängerte sein Mandat auf unbestimmte Zeit.

Am Freitag waren die Menschen in Algerien in Massen auf die Strasse gegangen. Beobachter und lokale Medien sprachen von mehreren Millionen Demonstranten, die staatliche Nachrichtenagentur APS von Zehntausenden.

Erstmals hatten sich auch Sicherheitskräfte unter die Protestierer gemischt und zusammen mit der Bevölkerung demonstriert, wie Videos zeigten. «Solche Demonstrationen hat unser Land seit der Unabhängigkeit nicht mehr gesehen», sagte Hanoun.

Das nordafrikanische Land wurde 1962 in die Unabhängigkeit von Frankreich entlassen. Insgesamt leben rund 41 Millionen Menschen im flächenmässig grössten Land Afrikas.

Die Menschen protestierten zunächst gegen eine erneute Amtszeit des gesundheitlich angeschlagenen Präsidenten Bouteflika. Der 82-Jährige regiert seit 20 Jahren in Algerien. Die jetzt angekündigten Reformen sehen Kritiker als unrechtmässige Verlängerung der Amtszeit. Sie fordern grundlegende Reformen.

(SDA)


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