«Wir haben überall Kondome gefunden»

Die Aufräumarbeiten des OASG dauern zwei bis drei Wochen.
Die Aufräumarbeiten des OASG dauern zwei bis drei Wochen. © FM1Today/Nina Müller
Seit zwei Tagen ist das OpenAir St.Gallen 2019 Geschichte. Die Aufräumarbeiten kommen gut voran, der Platz ist schon fast wieder grün. Was die Schüler beim Fätzeln des Geländes gefunden haben, erfährst du hier.

Grosse Baumaschinen fahren über die trockene Wiese im Sittertobel. Männer streichen sich den Schweiss aus den Augen und bauen fleissig die Bühnen ab. Im Hintergrund sieht man Gruppen von Schülerinnen und Schülern, die das Gelände vom letzten Abfall befreien. Am Sonntagabend verliessen die letzten Besucher mit staubigen Gesichtern und bepackt mit Rucksäcken das Gelände, als die Abbauarbeiten bereits begonnen haben. Eine Arbeit, die zwei bis drei Wochen andauern wird.

Viele Zigarettenstummel auf dem Gelände

Über 300 Schüler aus der Ostschweiz sind seit Montagmorgen auf dem Gelände und fätzeln. Sie sind fleissig, das sieht man. Beim Rundgang über das Gelände ist nicht ein Zigistummel zu sehen. «Das ist auch das, was mir am meisten auflesen mussten», sagt Stella. Am meisten störte sie und ihre Freundin Tamara aber, dass sie sehr viel verpacktes Essen gefunden haben. «Dass man das hier liegen lässt, finde ich sehr schade», sagt Stella.

Stella und Tamara haben viele Zigarettenstummel gefunden. (Bild: FM1Today/Nina Müller)

Joel hingegen war überrascht ob der grossen Menge an Kondomen, die er aufgelesen hat. «Wir haben die überall gefunden, zum Beispiel bei den Bäumen, beim Stars and Stripes – das war schon kurios», sagt der Schüler. Auch Schuhe habe er gefunden. Auf die Frage, was der speziellste Fundgegenstand sei, antwortet Joel mit einem Schmunzeln: «Ich habe das Portal zu Narnja entdeckt.»

Aufräumarbeiten gehen zügig voran

Das Portal zu Narnja hat Senja zwar nicht gefunden, dafür hält sie stolz eine Silberkette in die Kamera. «Ich habe viele Wertsachen gefunden, nebst Geld auch diese Kette», sagt sie. Dass die Aufräumarbeiten zügig voran gehen, liegt aber nicht nur an den fleissigen Schülern, sondern auch daran, dass die Besucher mehr Zelte als im Vorjahr mitgenommen haben.

Meiste Verschmutzung ensteht durch Anreise von Musikern

«92 Prozent der Zelte wurden wieder mit nach Hause genommen», sagt Nora Fuchs, Mediensprecherin des OpenAir St.Gallen. Das liege einerseits am schönen Wetter, aber auch am Umweltbewusstsein der Besucher. «Wir versuchen unsere Gäste zu sensibilisieren und können sie so mitnehmen zur Klimaneutralität», sagt Fuchs. Mit Klimaneutralität meint das OASG, die ausgestossenen CO2-Werte zu kompensieren. Das wollen die Organisatoren unter anderem mit Spenden an My Climate erreichen. So unterstützt das St.Galler Festival die Renaturierung von Schweizer Hochmooren im Kanton Glarus und ein Projekt zur Wiederaufforstung in Nicaragua.

Im Übrigen ist es bei weitem nicht der Abfall, der am OASG für die meisten C02-Emissionen sorgt, sondern die Anreise der Musikerinnen und Musiker. Die Flugreisen, andere Anreisewege und der Transport des Equipments verursachen rund die Hälfte der CO2-Bilanz des Festivals. Der Abfall macht nicht einmal vier Prozent aus.

(nm)


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