«Wir machen eine Menge Quatsch»

Von Laurien Gschwend
Alina (rechts) und ihr Cevi-Gspänli sind direkt nach dem Zmorge schon gut gelaunt.
Alina (rechts) und ihr Cevi-Gspänli sind direkt nach dem Zmorge schon gut gelaunt. © FM1Today/Laurien Gschwend
Sport, Schluchzen und Singen: Bis die Romanshorner Cevianer am Ende der Woche getauft werden, erleben sie ihre Höhen und Tiefen – passend zu den schottischen Hügeln, dem Motto des Sommerlagers.

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Stadt St.Gallen Watt bin ich

Donnerstagmorgen im tiefsten Thurgau: Zwei Gestalten in Schottenröcken betreten den Lagerplatz des Cevi Romanshorn-Salmsach. Die zwei sind nicht etwa Touristen, die sich nach Siegershausen verirrt haben, sondern gehören zur Camping-Gruppe und erklären, was heute ansteht: Highland Games!

«Vermisse mein Bett»

In fünf Disziplinen messen sich die 20 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Zuerst zeigt sich beim Seilziehen, wer am stärksten ist, weiter geht es mit Gummistiefel-, Pflock- und Leimstift-Werfen, Bogenschiessen und einem Hindernislauf. «Ich bin die beste Werferin unserer Gruppe», ist die elfjährige Alina überzeugt. Ihr gefalle auch der tägliche Morgensport. Dieser ist nach dem Schlafen auf einer dünnen Matte bitter nötig: «Ich vermisse mein weiches Bett», sagt die Romanshornerin und seufzt. «Dafür habe ich kein Heimweh nach meinen Eltern.»

Alina (links) und ihre Freundin sagen, was sie im Cevi-Lager vor allem im Kopf haben: Quatsch!

Anders sieht es bei der neunjährigen Mia aus, die gerade den Hindernislauf inklusive «gfürchigem» Blachen-Tunnel hinter sich gebracht hat. Sie ist mit ihren Gedanken bereits beim Abend: «Dann kommen unsere Eltern zu besuch. Ich vermisse Mama und Papa und meinen Bruder mega.» Fast genau so gross wie die Vorfreude auf die Familie ist aber die Ungewissheit betreffend des Abendprogramms: «Ich glaube, ein paar Kinder bekommen noch einen Cevi-Namen.»

Wer mutig ist, wird getauft

Lagerleiterin Julia (22) – im Cevi Malinka genannt – bestätigt den Verdacht des Mädchens aus Romanshorn. «Sechs Kinder müssen eine Menge Mut beweisen und zeigen, dass sie echte Cevianer sind. Als Belohnung gibt es einen Namen.» Das Thema Schottland haben die Leiter gewählt, weil sie als Teilnehmer auch einmal in einem solchen Lager waren. «Wir erleben eine coole Woche mit besonderen schottischen Aktivitäten», schwärmt Malinka. Dazu gehören laut der Thurgauerin Singen, verschiedene Spiele und im Wald sein. Ihr Highlight: «Abends mit den Kindern singen und die Gemeinschaft feiern.»

Beten und weinen

Und was passiert, wenn das Lagerfeuer in Siegershausen erlischt? «Dann beten wir und gehen schlafen. Bevor es so weit ist, weint aber meist noch jemand», verrät die neunjährige Zoé. Letzteres sei bei ihr nie der Fall: «Ich liebe es, draussen zu schlafen und vermisse hier nichts und niemanden.»


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