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24 von 56 Poststellen vor dem Aus

17. Mai 2017, 15:04 Uhr
24 der 52 Poststellen in Graubünden werden mit grosser Wahrscheinlichkeit in naher Zukunft geschlossen. Das machte die Gewerkschaft Syndicom am Mittwoch publik.
Fast jede zweite Poststelle im Kanton Graubünden soll verschwinden. Das sagt die Gewerkschaft Syndicom mit Verweis auf Informationen von der Schweizerischen Post. (Symbolbild)
© KEYSTONE/Samuel Golay

In Graubünden werden mit grosser Wahrscheinlichkeit 24 der 56 Poststellen geschlossen. Die Post garantiert bis mindestens 2020 den Weiterbestand von 32 Poststellen. Vier Poststellen werden demnächst geschlossen. Der Weiterbestand der restlichen 20 Poststellen ist laut aktuellen Angaben der Schweizerischen Post «nicht garantiert».

Die Zukunft der «nicht garantierten» Poststellen will die Post «in einer sorgfältigen Einzelfallüberprüfung» angehen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Angestrebt wird «die beste postalische Versorgung mit einem Mix von Zugangspunkten».

Ersatzlose Schliessungen will die Post vermeiden. Im Vordergrund steht die Einrichtung von Partnerfilialen in Geschäften von Handel und Gewerbe. Das Modell ist auch als «Postagentur» bekannt.

Zudem will die Post in Graubünden bis zu zehn neue sogenannte Zugangsmöglichkeiten schaffen. Es handelt sich um Geschäftskundenstellen, Aufgabe- und Abholstellen für Postsendungen sowie um Automaten für Paketsendungen.

Gewerkschaften rechnen mit Kahlschlag

Die Gewerkschaft für Medien und Kommunikation Syndicom geht davon aus, dass die 20 nicht garantierten Poststellen alle geschlossen werden. «Wir kennen keinen einzigen Fall, in dem eine zu überprüfende Poststelle nicht geschlossen worden wäre», sagte Roland Lamprecht, Zentralsekretär der Syndicom, auf Anfrage.

Diese Überprüfungen nehme die Post aufgrund gesetzlicher Vorgaben vor, nachdem intern der Schliessungsentscheid schon gefallen sei. Es handle sich lediglich um Gespräche mit Gemeinden. Diese hätten noch nie eine Poststellenschliessung verhindert und seien eine Farce, so Zentralsekretär Lamprecht.

Bündner Volkswirtschaftsdirektion ist «überrascht»

«Wenn die Post von einer Überprüfung in jedem Einzelfall spricht, dann erwartet die Bündner Regierung, dass es tatsächlich eine Überprüfung gibt», sagte der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolini auf Anfrage. «Überprüfen» dürfe auf keinen Fall gleichbedeutend mit «Schliessen» sein.

Die Bündner Regierung habe in den letzten Monaten bei der Post interveniert und ihre Forderungen vorgebracht. Die zentrale Forderung laute, dass die Qualität des postalischen Service public auch in den Randregionen des Kantons aufrechterhalten werde - wenn möglich mit Poststellen.

Über die hohe Anzahl an Poststellen, die nun überprüft werden, ist der Volkswirtschaftsdirektor «überrascht». Immerhin habe die Post zugesichert, ihre Leistungen dort zu verbessern, wo keine Poststelle mehr existiere.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 17. Mai 2017 11:01
aktualisiert: 17. Mai 2017 15:04