Arbeitnehmende sollen im nächsten Jahr rund zwei Prozent mehr verdienen

8. August 2017, 09:52 Uhr
Der Gewerkschafts-Dachverband Travail.Suisse hat seine Forderungen für den Lohnherbst platziert: Im kommenden Jahr sollen die Saläre in der Schweiz um rund zwei Prozent steigen. (Themenbild)
Der Gewerkschafts-Dachverband Travail.Suisse hat seine Forderungen für den Lohnherbst platziert: Im kommenden Jahr sollen die Saläre in der Schweiz um rund zwei Prozent steigen. (Themenbild)
© KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Der Gewerkschafts-Dachverband Travail.Suisse und ihm angeschlossene Verbände fordern für 2018 für verschiedene Branchen Lohnerhöhungen in der Grössenordnung von zwei Prozent. Die wirtschaftliche Lage sei gut, die Aussichten seien positiv, stellt Travail.Suisse fest.

Deshalb sei es im Lohnherbst 2017 «Zeit für spürbare Lohnerhöhungen», heisst es in einer Medienmitteilung vom Dienstag. Vor einem Monat hatte bereits der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) ebenfalls seine Forderungen für die anstehenden Lohnverhandlungen gestellt - mit demselben Fazit: Die meisten Arbeitnehmenden sollten im kommenden Jahr Lohnerhöhungen von bis zu zwei Prozent erhalten.

Lage auf dem Arbeitsmarkt entspannt sich

Travail.Suisse und seine Mitgliederverbände argumentieren, die Herausforderungen des überbewerteten Frankens seien in den meisten Branchen überwunden und die Lage auf dem Arbeitsmarkt entspanne sich zusehends. Dies sei nicht zuletzt dem Einsatz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu verdanken, die mit grossem Einsatz und bescheidener Lohnentwicklung dazu beigetragen hätten, die schwierigen Jahre zu meistern.

Laut Travail.Suisse und den Mitgliederorganisationen Syna, Hotel&Gastro Union und transfair gilt es das zu belohnen. «Der Aufschwung muss auch den Arbeitnehmenden zugute kommen.» Mehr Kaufkraft für die Angestellten sei nötig und auch aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll.

Wirtschaft soll wachsen

Die Prognosen des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco sähen für 2017 ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent voraus, fürs nächste Jahr gar eines von 1,9 Prozent. Weitere bescheidene Lohnerhöhungen oder gar Nullrunden seien so von den Arbeitgebern nicht mehr zu rechtfertigen.

In den vergangenen Jahren hatten allerdings ähnliche Argumente die Arbeitgeber wenig beeindruckt. Seit 2013 hat der Anteil an generellen Lohnerhöhungen kontinuierlich abgenommen, wie Travail.Suisse schreibt. «Intransparente und teilweise willkürliche individuelle Massnahmen haben Überhand genommen.» Das sei jetzt zu korrigieren. Auch die anziehende Teuerung verlange einen Fokus auf generelle Lohnmassnahmen.

Diskriminierung soll ausgeglichen werden

Ein weiterer Fokus muss laut den Gewerkschaften auf den Frauenlöhnen liegen. «Die noch immer bestehende Diskriminierung der Frauenlöhne von 7,4 Prozent ist absolut stossend.» Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern sei nicht zuletzt deshalb notwendig, weil die Frauen mit der Erhöhung ihres Rentenalters in der AHV-Reform 2020 einen wichtigen Beitrag zur längerfristigen Sicherung und Finanzierung der Altersvorsorge leisteten.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 8. August 2017 09:30
aktualisiert: 8. August 2017 09:52