Behörden beharren auf zweisprachige Schildern

21. Februar 2019, 13:58 Uhr
So müssten die Bieler Autobahnschilder nach Auffassung von lokalen Politikern aussehen.
So müssten die Bieler Autobahnschilder nach Auffassung von lokalen Politikern aussehen.
© STEPHANE HOFMANN
Die Behörden von Biel und Umgebung lassen nicht locker mit ihrer Forderung nach einer konsequent zweisprachigen Beschriftung der neuen Autobahnumfahrung von Biel. Am Donnerstag präsentierten sie eigene Vorschläge. Ihren Angaben zufolge sind 32 Schilder zu verbessern.

Das Bundesamt für Strassen Astra solle die offizielle Zweisprachigkeit Biels respektieren, wo die Französischsprachigen etwa 42 Prozent der Bevölkerung ausmachen. «Der Bund nimmt Biel eine Hälfte weg», sagte am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Biel Cédric Némitz, Bieler Gemeinderat französischer Muttersprache.

Das Astra sagte am Donnerstag auf Anfrage, es könne in dieser Angelegenheit derzeit noch gar nichts tun. Im Parlament sei eine im September 2017 vom Berner SVP-Nationalrat Manfred Bühler eingereichte Motion noch nicht behandelt worden. Das Astra dürfe der parlamentarischen Entscheidung nicht vorgreifen.

Das Astra weist zudem - wie schon früher - die Schuld an der weitgehend einsprachigen Beschilderung des A5-Ostasts von sich: Dieses Teilstück sei vom Kanton Bern gebaut worden. Die Signalisation gehöre zu einem Neubau. Der Kanton Bern sei also verantwortlich. Das Astra bleibe jedoch gesprächsbereit.

Um ihren Forderungen zum Durchbruch zu verhelfen, haben die Stadt Biel, die Stiftung Forum für die Zweisprachigkeit in Biel und der Rat für französischsprachige Angelegenheiten des Verwaltungskreises Biel/Bienne weitere Unterstützung gesucht.

Zahlreiche Amtsträgerinnen und Amtsträger aus der Region stellen sich nun offiziell hinter die Forderung nach einer konsequenten Beschilderung des A5-Ostasts.

Wie aus der am Donnerstag publizierten Liste hervorgeht, sind es etwa Roland Benoit, der Präsident des bernjurassischen Rats, SVP-Nationalrat Manfred Bühler und der frühere Stadtberner Gemeinderat Alexandre Schmidt, Präsident der Organisation «Bernbilingue».

Zudem werden Politiker parlamentarische Vorstösse einreichen und die neue Uvek-Vorsteherin Simonetta Sommaruga hat Post aus Biel erhalten. Die Kosten für die Änderung der Schilder zu übernehmen, kommt für die Bieler Behörden nicht in Frage. Es gehe darum, eine den lokalen Verhältnissen unangepasste Situation zu berichtigen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 21. Februar 2019 13:43
aktualisiert: 21. Februar 2019 13:58