BLS bestellt 58 Züge bei Stadler Rail

Angela Mueller, 2. Mai 2017, 09:43 Uhr
Die Flirt-Komposition der Stadler Rail wird in Zukunft im Berner Gebiet unterwegs sein.
Die Flirt-Komposition der Stadler Rail wird in Zukunft im Berner Gebiet unterwegs sein.
© zVg Stadler Rail
Die Stadler Rail hat einen neuen Grossauftrag aus der Schweiz: Die BLS will drei ältere Fahrzeugtypen ersetzen und hat deshalb 58 Züge des Typs Flirt bei der Thurgauer Firma bestellt. Dafür zahlt die BLS 650 Millionen Franken.

«Es handelt sich um die grösste Fahrzeugbeschaffung in der Geschichte der BLS», heisst es in der Medienmitteilung der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) von Dienstag. Die Bahn hat 58 sechsteilige, einstöckige Triebzüge – 30 für den RegioExpress-Verkehr und 28 für die S-Bahn Bern - bestellt, sie sollen bis ins Jahr 2026 schrittweise die älteren Zugkompositionen ersetzen.

Genaue Prüfung der Angebote

«Wir hatten zwei hochstehende Wettbewerbsofferten auf dem Tisch», sagt der BLS-CEO. «Nach minutiöser Prüfung aller Kriterien überzeugte das Angebot von Stadler Rail.» Besonders erfreulich ist, dass die Beschaffungskosten mit insgesamt 650 Millionen Franken deutlich unter den beim Start des Verfahrens geschätzten Kosten liegen, teilt die BLS mit.

Der Zuschlag wurde den Anbietern am 1. Mai mitgeteilt. Sie haben nun eine Beschwerdefrist von 20 Tagen. Die endgültige Auftragsvergabe steht unter dem Vorbehalt der Mittelzusagen durch den BLS-Verwaltungsrat, Bund und Kantone.

Strom und guter Handy-Empfang

Die BLS hat die 105 Meter langen, sechsteiligen Zügen des Typs Flirt neuster Generation bestellt. Die Fahrzeuge sind leicht zugänglichen und zeichnen sich durch eine hohe Energieeffizienz aus. «Das wirkt sich positiv auf die Betriebskosten aus.» Für die Passagiere stehen unter anderem Steckdosen in der 1. und 2. Klasse, guter Handyempfang sowie eine Verpflegungszone (RegioExpress-Züge) zur Verfügung.

Erste Züge bereits ab 2021

Die neuen Züge sollen ab 2021 bis 2026 schrittweise in Verkehr gesetzt werden. Die BLS will sie im RegioExpress-Betrieb einsetzen, also etwa für die Linie von La Chaux-de-Fonds nach Domodossola respektive Zweisimmen via Bern und Spiez. Auch auf dem Netz der Berner S-Bahn sollen die Züge fahren.

Zusammenarbeit mit Pro Bahn

Die Kriterien für die Ausstattung und Ausgestaltung der neuen Züge hatte die BLS in enger Zusammenarbeit mit der Kundenorganisation Pro Bahn erarbeitet. Beispielsweise wurden Sitztests durchgeführt. Die Bedürfnisse der Fahrgäste will die BLS nun auch bei der Detailplanung der neuen Züge berücksichtigen.

(red.)

 

Angela Mueller
veröffentlicht: 2. Mai 2017 09:43
aktualisiert: 2. Mai 2017 09:43