Carlos Ghosn aus U-Haft entlassen - Kaution von acht Millionen Euro

6. März 2019, 10:20 Uhr
Der inhaftierte Automanager Carlos Ghosn ist nach der Zahlung einer hohen Kaution aus dem Gefängnis entlassen worden. (Archivbild)
Der inhaftierte Automanager Carlos Ghosn ist nach der Zahlung einer hohen Kaution aus dem Gefängnis entlassen worden. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP/EUGENE HOSHIKO
Unter hohen Auflagen ist Ex-Nissan-Chef Carlos Ghosn aus dem Gefängnis entlassen worden. Er war über 100 Tage in Untersuchungshaft.

Auf Bildern von Mittwoch ist zu sehen, wie der 64 Jahre alte Automanager bekleidet mit einem blauen Arbeitsanzug, Kappe und Mundschutz in Begleitung von Beamten das Gefängnis verlässt.

Das Bezirksgericht in Tokio teilte mit, Ghosn habe eine Kaution von einer Milliarde Yen (umgerechnet 7,9 Millionen Euro) hinterlegt. Zudem habe der Manager, der auch Vorsitzender von Renault und Mitsubishi Motors war, zugesichert, Kameras an den Ein- und Ausgängen seines Wohnsitzes einzurichten, kein Internet zu nutzen oder Textnachrichten zu senden und zu empfangen. Darüber hinaus dürfe er auch nicht mit den an seinem Fall beteiligten Parteien kommunizieren und den Computerzugang nur in der Kanzlei seines Anwalts nutzen.

Die Haftentlassung gilt als grosser Erfolg der neu eingesetzten Verteidiger des Managers. Im Februar hatte Ghosn den als besonders streitbar geltenden Strafverteidiger Junichiro Hironaka angeheuert. Ghosn sitzt seit November in Tokio in Haft. Ihm wird finanzielles Fehlverhalten beim Renault-Partner Nissan vorgeworfen. Auch soll er sein Einkommen nicht vorschriftsgemäss und vollständig angegeben haben.

Dem einst hoch angesehenen Top-Manager der französisch-japanischen Auto-Allianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi droht in Japan eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Hironaka hatte argumentiert, die Vorwürfe gegen Ghosn seien eine unternehmensinterne Angelegenheit. Die Entlassung aus der Untersuchungshaft gibt ihm nun die Möglichkeit, zusammen mit seinen Anwälten eine Verteidigungsstrategie aufzubauen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 6. März 2019 08:07
aktualisiert: 6. März 2019 10:20