China weist US-Vorwurf der Währungsmanipulation zurück

6. August 2019, 12:00 Uhr
China hat den Vorwurf der USA zurückgewiesen, die Volksrepublik manipuliere seine Währung mit dem Ziel eigener Vorteile im Welthandel. (Symbolbild)
China hat den Vorwurf der USA zurückgewiesen, die Volksrepublik manipuliere seine Währung mit dem Ziel eigener Vorteile im Welthandel. (Symbolbild)
© Keystone/EPA FILE/WU HONG
China hat den Vorwurf der USA zurückgewiesen, es manipuliere seine Währung mit dem Ziel eigener Vorteile im Welthandel. Die jüngste scharfe Abwertung des Yuan sei vielmehr durch den Markt bewirkt worden, heisst es in einer Erklärung der chinesischen Notenbank.

Der Vorwurf der Währungsmanipulation beschädige die internationale Finanzordnung, den Handel sowie die Konjunktur und führe zu Turbulenzen an den Finanzmärkten, erklärte die Zentralbank am Dienstag.

China werde seine Währung nicht aus wettbewerblichen Gründen abwerten oder sie als Instrument im Handelskonflikt mit den USA einsetzen, erklärten die Währungshüter. Der Yuan-Kurs werde auf einem angemessenen, ausgewogenen Niveau gehalten. Ähnlich hatte sich bereits der Chef der chinesischen Notenbank, Yi Gang, geäussert.

China hatte am Montag den Yuan abgewertet und erklärt, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren. Beides wurde als Reaktion auf die vergangene Woche von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle angesehen.

Die US-Regierung hat China daraufhin als ein Land gebrandmarkt, das den Kurs seiner Währung manipuliert, um sich damit unfaire Vorteile im internationalen Wettbewerb zu sichern.

Das Finanzministerium forderte Peking am Montagabend (Ortszeit) auf, alle Währungsgeschäfte künftig mit grösserer Transparenz und Fairness durchzuführen. Finanzminister Steven Mnuchin werde in der Sache Gespräche mit dem Internationalen Währungsfonds einleiten, hiess es in Washington.

Der Yuan war am Montag auf den tiefsten Stand zum US-Dollar seit mehr als elf Jahren gefallen. Ein Dollar hatte erstmals seit 2008 wieder mehr als sieben Yuan gekostet. Diese Marke galt unter Experten lange Zeit als «rote Linie», die die chinesische Notenbank nicht überschreiten werde.

Dass sie es jetzt zugelassen hat, rief bei Analysten Befürchtungen hervor, China könne den Wechselkurs zur Waffe im Handelskonflikt mit den USA nutzen. Ein niedrigerer Wechselkurs zum Dollar verbilligt den Preis chinesischer Produkte im Ausland.

Die Abwertung war als weitere Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China gewertet worden, weil der Yuan nicht gänzlich frei schwankt, sondern durch die chinesische Notenbank beeinflusst wird.

An den Börsen wuchs die Angst, dass Politiker beider Länder mit immer neuen Gegenmassnahmen reagieren würden - und so das Wachstum der Weltwirtschaft abwürgen. Die Wall Street verzeichnete am Montag einen der schlechtesten Handelstage des Jahres.

Trump hatte die Abwertung des Yuan als «Währungsmanipulation» kritisiert. Er legte auf Twitter nach: China habe «schon immer die Manipulation seiner Währung genutzt, um unsere Unternehmen und Fabriken zu stehlen, unseren Arbeitsplätzen zu schaden» und die Löhne der amerikanischen Arbeiter zu drücken. «Damit ist jetzt Schluss.»

Chinesische und amerikanische Unterhändler sollen sich im September erneut in Washington treffen, um ein Handelsabkommen abzuschliessen. Die Schweiz beobachtet die amerikanischen Vorwürfe genau, weil die Massnahmen der Schweizer Nationalbank SNB zur Schwächung des Schweizer Frankens ebenfalls als Währungsmanipulation angesehen werden.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 6. August 2019 05:36
aktualisiert: 6. August 2019 12:00