Ex-Nissan-Chef Ghosn gegen Kaution erneut auf freiem Fuss

25. April 2019, 16:20 Uhr
Ein japanisches Gericht erlaubt seine Freilassung gegen eine Millionen-Kaution: Ex-Nissan-Manager Carlos Ghosn. (Archivbild)
Ein japanisches Gericht erlaubt seine Freilassung gegen eine Millionen-Kaution: Ex-Nissan-Manager Carlos Ghosn. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP Kyodo News
Der in Japan angeklagte Ex-Chef des Renault-Partners Nissan, Carlos Ghosn, hat das Gefängnis in Tokio nach Zahlung einer Kaution am späten Donnerstagabend (Ortszeit) verlassen. Am Morgen hatte ein Gericht in Japans Hauptstadt dem 65-Jährigen die Freilassung gewährt.

Die Höhe der Kaution sollte von umgerechnet 4,6 Millionen Franken (500 Millionen Yen) betragen. Dem einst mächtigen Automanager wird in Japan eine Vielzahl von Finanzdelikten zur Last gelegt. Erst am Montag hatte die Staatsanwaltschaft eine neue Anklageschrift vorgelegt: Ghosn soll demnach zwischen Ende 2015 und Mitte 2018 insgesamt 15 Millionen Dollar an Nissan-Geldern an ein Unternehmen im Nahen Osten transferiert haben.

Davon soll er fünf Millionen Dollar für Privatzwecke abgezweigt und davon unter anderem eine Luxusyacht finanziert und Investitionen in ein Unternehmen seines Sohnes in den USA getätigt haben. Die Ermittler beschuldigen Ghosn zudem, jahrelang ein viel zu niedriges Einkommen bei Nissan deklariert und persönliche Verluste auf den japanischen Autobauer übertragen haben.

Der einstige Vorzeigemanager, der auch jahrelang den französischen Autobauer Renault führte, bestreitet alle Vorwürfe und sieht sich als Opfer einer Verschwörung. Einen Termin für einen Prozess gegen den Manager gibt es noch immer nicht.

Ghosn war im November in Japan festgenommen worden. Nach rund 100 Tagen in Untersuchungshaft kam er Anfang März gegen Kaution frei. Nur einen Monat später wurde er wegen neuer Vorwürfe erneut festgenommen.

Ghosn galt als Lichtgestalt der Autobranche. Über 20 Jahre hinweg hatte er den kurz vorm Bankrott stehenden Konzern Nissan zu einem der grössten Akteure der Industrie geformt und in eine Allianz mit Renault und dem kleineren japanischen Partner Mitsubishi geführt. Sein Fall hat international grosses Aufsehen ausgelöst.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 25. April 2019 04:39
aktualisiert: 25. April 2019 16:20