«Fat tax» - Übergrössen zahlen mehr

Krisztina Scherrer, 20. Mai 2018, 12:30 Uhr
Bei New Look müssen Frauen mit Übergrössen mehr zahlen.
Bei New Look müssen Frauen mit Übergrössen mehr zahlen.
© gettyimages
Das britische Modehaus «New Look» sorgt derzeit mit der «fat tax» für eine Riesen-Debatte. Kundinnen mit Übergrösse zahlen bei ihren Kleidungsstücken drauf.

Ist das gerecht?! Das britische Modehaus «New Look» sorgt derzeit mit der «fat tax» für Diskussion. Der Grund: Der Laden hat eine Taxe für Kleider in Plus-Size-Grössen erhoben. Alle Frauen die eine Kleidergrösse ab 16 (entspricht in Europa der Grösse 44) haben, müssen 15 Prozent mehr zahlen.

Kleidungsstücke kosten wegen Stoff mehr

Eine Frechheit, findet eine Kundin des britischen Modehauses und wettert, sie hätte sich eine Hose in der Grösse 16 kaufen wollen und dabei bemerkt, dass alle Grössen darunter billiger seien. Das Modehaus «New Look» findet das völlig in Ordnung und unternimmt nichts gegen die Preisschere: Wenn ein Kleidungsstück bei der Fertigung mehr Stoff brauche, koste dies eben mehr.

Kein Verständnis beim Konsumentenschutz

«Dem Konsumentenschutz Schweiz ist nicht bekannt, dass man hier für Kleider in Übergrössen mehr zahlen muss», sagt André Bähler vom Konsumentenschutz Schweiz. Dass die Produktionskosten massgebend für eine Preiserhöhung seien, glaubt André Bähler nicht: «Da, was das Kleidungsstück teuer  macht, ist in der Regel nicht der Stoff, sondern das ganze drum herum: Die Transportkosten, die Herstellung der Kleidung, die Ladenmiete und der Verkauf.» Er habe kein Verständnis für die Preiserhöhung: «Wenn man eine Preiserhöhung mit Produktionskosten begründet, ist es für mich nicht nachvollziehbar.»

 

Krisztina Scherrer
Quelle: sk
veröffentlicht: 20. Mai 2018 12:30
aktualisiert: 20. Mai 2018 12:30