Fleisch und Alkohol per App verzollen

27. März 2018, 16:54 Uhr
Wer teure Souvenirs, Vorräte für den Weinkeller oder ausländisches Trockenfleisch im Kofferraum hat, muss nicht mehr an der Grenze anhalten. Ab Ostern können Reisende die Waren per App verzollen.

Damit erübrigt sich für Private das Anstehen und der Papierkrieg am Schalter. «Der Vorteil ist, dass man mit der App an jedem Grenzübergang in die Schweiz einreisen kann, egal ob er besetzt ist oder nicht», sagt David Marquis Kommunikationsleiter der Eidgenössischen Zollverwaltung. Doch die App «QuickZoll» hat ihre Tücken. Auch günstiger wird das Verzollen nicht.

Für gewisse Produkte mehr bezahlen

Wer für mehr als 300 Franken Waren importiert, zahlt für Lebensmittel, Bücher oder Medikamente einen Aufpreis. QuickZoll verrechnet einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz von 7,7 Prozent. Gewisse Produkte wie Alkohol oder Tabak haben jedoch einen reduzierten Satz von 2,5 Prozent. «Wer weniger bezahlen will, muss weiterhin an den Schalter.»

Mit QuickZoll können Waren frühestens 48 Stunden vor dem Grenzübertritt angemeldet werden. Es müssen alle mitgeführten Waren angegeben werden, mit Ausnahme von Reiseproviant und persönlichen Gebrauchsgegenständen. Die Freimengen werden automatisch abgezogen. Auch die Umrechnung von Fremdwährungen besorgt die App.

Produkte müssen per Kreditkarte bezahlt sein

Beim Grenzübertritt müssen die Abgaben bezahlt sein. Dafür ist eine Kreditkarte nötig. Zudem muss für die Einreise in die Schweiz ein Zeitfenster von zwei Stunden definiert werden. Wer dieses verpasst, muss die Ware am Grenzübergang erneut deklarieren und grundsätzlich ein zweites Mal bezahlen.

In einer Mitteilung vom Dienstag verspricht die eidgenössische Zollverwaltung, dass die Anwendung aufgrund von Kundenrückmeldungen weiterentwickelt und verbessert werde. Dazu dürfte auch der Warenkatalog gehören, der elektronisch verzollt werden kann. QuickZoll funktioniert derzeit nur für Standardverzollungen, beispielsweise für Alkohol, Fleisch oder Tabakwaren. «Mir ist kein anderes Land bekannt, das eine ähnliche App im Einsatz hat», sagt Marquis. Die Schweiz habe eine Art Vorreiterrolle.

«Leute mögen es praktisch»

Dass die App auch gebraucht wird, daran zweifelt David Marquis nicht: «Die Leute haben immer gerne praktische Dinge, die sich mit dem Smartphone kombinieren lassen.» Auch für Firmenkunden gibt es Verbesserungen. Neu können Beilagen zur Zollanmeldung digital übermittelt werden. Die Änderungen werden im Rahmen des Programms «DaziT» eingeführt. Mit diesem werden die Dienstleistungen der Zollverwaltung bis 2026 digitalisiert.

Quelle: SDA/abl
veröffentlicht: 27. März 2018 15:33
aktualisiert: 27. März 2018 16:54