Grössere Regenfälle schwächen Trockenheit in einzelnen Regionen ab

29. Juli 2019, 16:20 Uhr
In einigen Kantonen ist die Waldbrandgefahr durch die Niederschläge vom Wochenende gesunken. Damit dürfte in gewissen Regionen dem Abbrennen von Feuerwerk am 1. August nichts im Weg stehen. (Symbolbild)
In einigen Kantonen ist die Waldbrandgefahr durch die Niederschläge vom Wochenende gesunken. Damit dürfte in gewissen Regionen dem Abbrennen von Feuerwerk am 1. August nichts im Weg stehen. (Symbolbild)
© KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Nach der langen trockenen Phase sind am Wochenende in der Schweiz grössere Niederschläge gefallen. Diverse Kantone stufen die Waldbrandgefahr inzwischen geringer ein. Durch den Regen dürfte sich der Grundwasserspiegel indes nur wenig erhöht haben.

Örtlich sind seit Freitagnachmittag über 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Besonders stark regnete es in Altenrhein SG (117 Liter pro Quadratmeter), auf dem Chasseral (106), in Flühli LU (104) und auf dem Säntis (104), wie Meteo News am Montag mitteilte.

Die Gewitter fielen allerdings je nach Region sehr ungleichmässig aus. Im Wallis, im Bündnerland und im Südtessin gab es gebietsweise praktisch keinen Niederschlag. Die aktuelle Trockenheit sei durch die Regenfälle vielerorts etwas abgeschwächt worden, schreibt der Wetterdienst. In den nächsten Tagen dürfte es bei recht sonnigem Wetter nur wenig Niederschläge geben.

Die Niederschläge der vergangenen Tage haben die Brandgefahr in vielen Kantonen vorübergehend entschärft. Eine erhebliche Waldbrandgefahr (Gefahrenstufe 3) besteht aber weiterhin in den Kantonen Aargau, Genf, Glarus, Graubünden, Tessin, Uri und Wallis.

Die Kantone rufen generell dazu auf, weiterhin vorsichtig zu sein im Umgang mit Feuer und Feuerwerk. Im Kanton Glarus empfiehlt die Abteilung Wald und Naturgefahren einen freiwilligen Verzicht auf Feuerwerk am 1. August. Damit soll das Risiko von Waldbränden klein gehalten werden. Vorerst kein generelles Feuerverbot für den 1. August gibt es auch trotz erheblicher Waldbrandgefahr in den Kantonen Wallis und Uri.

In der Stadt Freiburg kann am 1. August mit einer Ausnahmebewilligung das traditionelle Feuerwerk vom Loretto-Hügel gezündet werden. Pyrotechnische Gegenstände von Einzelpersonen zu Vergnügungszwecken sind aber bis auf weiteres auf dem gesamten Gemeindegebiet verboten. Bereits am Freitag hatte die Freiburger Kantonsregierung angekündigt, dass im gesamten Kantonsgebiet das entzünden von Feuern im Freien verboten ist (Gefahrenstufe 3).

In der Zentralschweiz haben die Regenfälle die Gefahr von Waldbränden weitflächig gemindert. Die Kantone Luzern, Obwalden, Nidwalden, Zug und Schwyz haben die Waldbrandgefahr auf «mässig» (Gefahrenstufe 2) zurückgesetzt.

Auch in allen Regionen des Kantons Bern gilt die Waldbrandgefahr inzwischen als «mässig». Das Gleiche gilt für die beiden Basel und die Kantone Jura, Solothurn und Waadt. Damit dürfte hier dem Abbrennen von Feuerwerk am 1. August nichts im Weg stehen. Wegen regionaler Unterschiede können Gemeinden aber abweichende Massnahmen erlassen.

Die intensiven Niederschläge vom Wochenende dürften dem Wald nur teilweise zugute gekommen sein, stellt Massimiliano Zappa, Hydrologe an der Forschungsanstalt WSL, auf Anfrage fest. Wenn es in kurzer Zeit derart stark regne, fliesse vor allem an Berghängen ein grosser Teil des Wassers oberflächlich in die Täler. Da nur ein kleiner Teil des Regens in den Boden sickere, erhöhten diese Niederschläge den Grundwasserspiegel zeitnah nur sehr wenig.

Erfreut über den Regen ist erwartungsgemäss die Landwirtschaft. «Der Regen über das Wochenende war dringend nötig und hat den Kulturen sehr gut getan», stellt Sandra Helfenstein, Sprecherin des Schweizer Bauernverbandes (SBV), auf Anfrage fest.

Die Niederschläge würden aber nicht reichen, um das Defizit im Boden und speziell beim Grundwasser auszugleichen. Dafür müsste es noch viel mehr regnen. Die Auswirkungen der Trockenheit im laufenden Jahr auf die Landwirtschaft sind bisher laut dem SBV aber nicht mit jenen im 2018 vergleichbar.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 29. Juli 2019 09:47
aktualisiert: 29. Juli 2019 16:20