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René Rödiger, 1. Februar 2018, 11:40 Uhr
Ein grosser Teil der Mitarbeitenden soll entlassen werden.
© KEYSTONE/Gaetan Bally
Die Redaktion der Schweizerischen Depeschenagentur SDA ist am Dienstag in einen unbefristeten Streik getreten. Sie demonstriert damit gegen den massiven Personalabbau.

Am Montagabend beschloss das SDA-Personal, einen Streik ab Dienstag auszurufen. «Damit zeigt das Personal, dass es nicht bereit ist, den überrissenen Abbau und die sture Haltung der Geschäftsleitung zu akzeptieren», heisst es in einer Mitteilung.

Der Streik startete um 6.30 Uhr:

Bereits vergangene Woche hat die Redaktion der Nachrichtenagentur für drei Stunden einen Warnstreik abgehalten. Die Geschäftsführung will als Sparmassnahme bis zu 40 der 150 Vollzeit-Redaktionsstellen abbauen.

Die SDA versorgt die meisten Schweizer Medien mit Nachrichten, auch FM1Today und Radio FM1. Im Jahr 2017 habe die Agentur ein Defizit von rund 1 Million Franken geschrieben, heisst es bei der Geschäftsleitung. Für dieses Jahr werde sogar mit über 4 Millionen Franken Verlust gerechnet.

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Die grossen Verlage der Schweiz drohten wegen der Kosten für die SDA-Nachrichten 2016 mit dem Aufbau einer eigenen Agentur. Die SDA reagierte und hat für 2018 den Preis um 10 Prozent reduziert. Damit haben sich die grossen Medienhäuser indirekt selbst gedroht und anschliessend einen Preisnachlass gegeben: Grösste Aktionärin der Nachrichtenagentur SDA ist Tamedia, gefolgt von der NZZ-Gruppe (zu der auch FM1Today gehört) und der SRG.

Im November 2017 gab die SDA die Fusion mit der Fotoagentur Keystone bekannt. Bisher war Keystone zu 50 Prozent ihre Tochtergesellschaft. Die anderen 50 Prozent hielt die Österreichische Presseagentur (APA). In der neuen fusionierten Firma Keystone_SDA wird APA mit 30 Prozent Besitz die grösste Aktionärin. Die Österreichische Presseagentur strebt an, ab 2021 Dividenden aus der neuen Agentur zu beziehen, sagte damals SDA-CEO Markus Schwab. Und um Dividenden zu erwirtschaften, müsse «nach ordentlichen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen» gearbeitet werden - was bisher heisst: Beim Personal wird gespart.

René Rödiger
Quelle: rr
veröffentlicht: 30. Januar 2018 07:00
aktualisiert: 1. Februar 2018 11:40