Höchste Gehälter nicht mehr in Zürich

20. Mai 2019, 13:32 Uhr
Zürich ist laut einer Studie nicht mehr die teuerste Stadt der Welt; in puncto Lebensqualität bleibt die Limmatstadt aber top. (Archivbild)
Zürich ist laut einer Studie nicht mehr die teuerste Stadt der Welt; in puncto Lebensqualität bleibt die Limmatstadt aber top. (Archivbild)
© KEYSTONE/MELANIE DUCHENE
Taxifahrt, Kinokarte, Restaurantbesuch - Zürich ist weltweit eines der teuersten Pflaster. Doch den Spitzenplatz als Metropole mit den höchsten Gehältern ist die Limmatstadt nach jahrelanger Dominanz los.

Auf Platz 1 dieser Rangliste liegt nun San Francisco, wie am Montag aus einer Auswertung der Deutschen Bank hervorgeht. Ein Grund nach Einschätzung der Analysten: Das schnelle Wachstum des US-amerikanischen Technologiesektors. Auch bei den verfügbaren Einkommen nach Abzug der Miete wurde Zürich von San Francisco überflügelt.

In ihrem achten Report zu weltweiten Preisunterschieden zwischen vergleichbaren Gütern und Dienstleistungen («Mapping the World's Prices 2019») trugen die Analysten der Deutschen Bank Daten für 56 Grossstädte in 42 Ländern zusammen.

So erfährt man unter anderem, dass zwei Liter Coca-Cola in der norwegischen Hauptstadt Oslo 4,73 Dollar kosten und im türkischen Istanbul nur 0,74 Dollar. In Zürich kosten zwei Liter der süssen Brause 2,35 Dollar. In Prag kann man unterdessen zum gleichen Preis sieben halbe Liter Bier trinken wie man in Dubai für ein solches Glas zahlt.

Die insgesamt höchste Lebensqualität messen die Autoren Zürich bei. Der entsprechende Index berücksichtigt Faktoren wie Kaufkraft, Sicherheit, Gesundheitsvorsorge und Verkehrsstaus. Andere Schweizer Städte wurden nicht untersucht.

Unter die besten zehn Städte in dieser Betrachtung schaffen es ausserdem Wellington, Kopenhagen, Edinburgh, Wien, Helsinki, Melbourne, Boston, San Francisco und Sydney.

Die einzigen deutschen Städte in der Auswertung der Deutschen Bank, Frankfurt (13) und Berlin (18), landen in der oberen Tabellenhälfte. Die Autoren räumen - etwas augenzwinkernd ein: Der Index zur Lebensqualität sei stets der am meisten subjektive Teil: «Unsere Studie ist kein endgültiger Leitfaden in dieser Angelegenheit, aber ein guter Ausgangspunkt für eine Debatte».

Zürich ist in einem weiteren Ranking ganz vorne: Die Stadt sei bei weitem «der teuerste Ort für ein Date», folgern die Deutsche-Bank-Analysten. Ihr Fazit: Zürich sei die Stadt, in der es sich empfehle, «frühzeitig einen Partner fürs Leben zu finden und zu überzeugen, nachts zu Hause bleiben, zu Hause zu essen und fernzusehen» - und so viel Geld zu sparen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 20. Mai 2019 13:26
aktualisiert: 20. Mai 2019 13:32