Hupac verlangt Abgeltungen

7. Mai 2019, 10:19 Uhr
Trotz neuem Gotthard-Basistunnel läuft der Verkehr des Kombi-Operateurs Hupac auf dem Rhein-Alpen-Korridor nicht reibungslos. Hupac fordert deshalb weiterhin Abgeltungen vom Bund. (Archivbild)
Trotz neuem Gotthard-Basistunnel läuft der Verkehr des Kombi-Operateurs Hupac auf dem Rhein-Alpen-Korridor nicht reibungslos. Hupac fordert deshalb weiterhin Abgeltungen vom Bund. (Archivbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Der Kombi-Operateur Hupac fordert, dass der kombinierte Güterverkehr über Ende 2023 hinaus Abgeltungen vom Bund erhält. Nach der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels steige die Produktivität nicht wie erwartet, macht Hupac auf Grund einer Simulation geltend.

Zwar kann dank dem neuen Basistunnel auf der Bergstrecke des Rhein-Alpen-Korridors ohne Doppeltraktion und ab 2021 mit längeren Zügen gefahren werden, wie Hupac am Dienstag schrieb. Das senkt die Kosten. Doch ohne die Betriebsbeiträge vom Bund, die Ende 2023 auslaufen, befürchtet Hupac, im Wettbewerb mit der Strasse nicht mithalten zu können.

Auf dem Rhein-Alpen-Korridor laufe der Verkehr trotz neuem Basistunnel durch den Gotthard nicht reibungslos, macht Hupac geltend. Einer der Gründe dafür sind Anschlussstrecken in Deutschland, die auf Züge von lediglich 690 statt 740 Metern Länge ausgerichtet sind.

Weiter gibt es noch immer Steigungen, die eine Doppeltraktion erfordern, limitierte Zuggewichte in Italien sowie zwischen der Schweiz und den Nachbarländern nicht synchronisierte Fahrpläne. Dies macht laut Hupac den Zeitgewinn durch den neuen Basistunnel zunichte.

«Tägliche Störungen» und Grossbaustellen im Rheintal und im Raum Emmerich-Oberhausen in Deutschland erschwerten den Verkehr zusätzlich. Auch nach 2030, wenn der Rhein-Alpen-Korridor vollständig ausgebaut sein sollte, sei deshalb mit teuren Umleitungen und längeren Fahrzeiten zu rechnen, heisst es bei Hupac.

Sie erwartet, dass per 2024 der derzeitigen Abgeltungen - rund 110 Millionen Franken für den Kombiverkehr durch die Alpen - zur Hälfte kompensiert werden können. Eine Erleichterung bringt zwar die vom Bund vorgesehene Senkung der Trassenpreise ab 2021. Aber sie genügt laut Hupac nicht.

Hupac schlägt deshalb eine Fortsetzung der Abgeltungen vor: «Um die positive Dynamik der Verkehrsverlagerung fortzusetzen, sollten die Betriebsbeiträge der Schweiz auf niedrigerem Niveau bis etwa 2030 zur Überbrückung der bestehenden Defizite vorgesehen werden», liess sich Verwaltungsratspräsident Hans-Jörg Bertschi zitieren.

Im Geschäftsjahr 2018 steigerte Hupac das Verkehrsvolumen um 21 Prozent und den Umsatz um 19 Prozent auf 579,7 Millionen Franken. Hauptgründe waren die Entwicklung im Kombinierten Verkehr in der Schweiz, der Zukauf des Maritim-Operateurs ERS Railways und der Unterbruch bei Rastatt D, der 2017 auf die Zahlen gedrückt hatte.

Das Ergebnis ging um 29 Prozent auf 7,9 Millionen Franken zurück. Das entspreche den Erwartungen, schrieb Hupac. Denn einmalige Sondereffekte - Goodwill-Abschreibungen auf Akquisitionen - prägten das Geschäftsjahr 2018.

Der transalpine Verkehr durch die Schweiz entwickelte sich im vergangenen Jahr in den Worten von Hupac «sehr erfreulich». 67'000 Strassensendungen zusätzlich konnten auf die Schiene verlagert werden. Das ist ein Zuwachs von 14,4 Prozent.

Den mehrwöchigen Unterbruch bei Rastatt vom Spätsommer 2017 herausgerechnet, beläuft sich die Steigerung auf etwa 8 Prozent. Wachstumstreiber war vor allem das Geschäft mit Sattelaufliegern.

In den ersten vier Monaten von 2019 verzeichnete Hupac zwar ein ausserordentliches Verkehrswachstum von 28 Prozent - erneut dank ERS Railways. Für das gesamte Jahr erwartet Hupac indes eine Stabilisierung der Nachfrage, als Folge der Konjunkturabschwächung.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 7. Mai 2019 10:00
aktualisiert: 7. Mai 2019 10:19