Jetzt kommen die kompostierbaren Kapseln

Praktikant FM1Today, 18. Oktober 2018, 07:03 Uhr
Der Vorarlberger Verpackungshersteller Alpla hat die erste Kaffee-Kapsel entwickelt, die zu Hause kompostiert werden kann. Gleichzeitig stellt die Firma Flaschen für grosse Abfallverursacher her.
Der «Kompost» der Zukunft
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Kaffee ist aus dem Leben vieler nicht wegzudenken: Den ersten gibt’s am Morgen nach dem Aufstehen gleich mit dem Konfi-Brötli, den zweiten im Geschäft, bevor die Arbeit losgeht und den dritten spätestens in der Znünipause. Doch Kaffee – genauer gesagt der «Kapsel-Kaffee» – ist umstritten. Klar, er ist praktisch: Kapsel rein, Knopf gedrückt, Kaffee fertig. Doch die Kapseln bestehen zumindest teilweise aus Aluminium. Die Herstellung des Metalls benötigt viel Energie und es gibt Studien, die besagen, dass die Aluminiumkapseln gesundheitsschädigend sind.

Verpackungen aus Sonnenblumenschalen

Damit soll jetzt Schluss sein. Die österreichische Verpackungsfirma Alpla hat zusammen mit dem Materialhersteller Golden Compound eine biologisch komplett abbaubare Kaffeekapsel entwickelt – aus Sonnenblumenschalen, einem Nebenprodukt aus der Nahrungsmittelindustrie. Nach dem «Käfele» kann man die Kapsel zu Hause auf den Kompost werfen. Innerhalb von etwa sechs Monaten wird sie zu Humus, worauf wieder Sonnenblumen wachsen können. Das ist laut einer Sprecherin von Alpla auch die Neuheit: «Es gibt zwar schon kompostierbare Kaffeekapseln, aber die kommen üblicherweise in die Biomülltonne, um in einer industriellen Anlage zu verrotten. Zudem ist Bioplastik normalerweise für den Kompost wertlos – er zerfällt zu Wasser und Kohlenstoffdioxid.»

Einer der grössten PET-Hersteller der Welt

Die weltweit tätige Firma Alpla mit Sitz im vorarlbergischen Hard gehört mit fast 20'000 Mitarbeitern zu den grössten Verpackungsherstellern. Alpla zeigt sich beim Thema Recycling engagiert, produziert aber auch die PET-Flaschen für grosse Plastikabfall-Verursacher wie Coca-Cola und Pepsi. Gemäss einer aktuellen Studie von Greenpeace sind diese beiden Getränkehersteller sogar für den meisten Plastikabfall weltweit verantwortlich (Nestlé ist auf dem dritten Platz). Nur ein Bruchteil der produzierten PET-Flaschen wird laut der Studie tatsächlich recycelt.

Laut einer Alpla-Sprecherin sind daran die Abfallsysteme der jeweiligen Länder schuld: «Wir bekommen zu wenig recycelbare Abfälle zurück. In unseren bestehenden Anlagen könnte viel mehr Abfall recycelt werden - aber der Rücklauf fehlt.» Das wäre gar nicht mehr nötig, falls man seine Cola in Zukunft auch einfach auf den Kompost werfen könnte.

Praktikant FM1Today
Quelle: cht
veröffentlicht: 18. Oktober 2018 06:13
aktualisiert: 18. Oktober 2018 07:03