Mitarbeiter des Palästinenserhilfswerks streiken

24. September 2018, 11:50 Uhr
Proteste in Gaza City gegen die Kürzungen der Zahlungen durch die USA. (Archivbild)
Proteste in Gaza City gegen die Kürzungen der Zahlungen durch die USA. (Archivbild)
© KEYSTONE/EPA/HAITHAM IMAD
Tausende Mitarbeiter des Palästinenserhilfswerks der Vereinten Nationen (UNRWA) im Gazastreifen haben gestreikt. Sie protestierten am Montag gegen Stellenstreichungen und Kürzungen wegen der Streichung der US-Finanzhilfen.

Nach Angaben der zuständigen Gewerkschaft waren davon sämtliche Einrichtungen der UNRWA wie Schulen und Kliniken betroffen. Insgesamt sind rund 13'000 Menschen für die Uno-Organisation in dem Küstengebiet tätig.

Die USA hatten ihre Zahlungen für die UNRWA Ende August komplett eingestellt - zuletzt waren es umgerechnet rund 327 Millionen Franken pro Jahr. Bereits zuvor hatte die UNRWA mitgeteilt, wegen Kürzungen von US-Hilfen rund 100 Mitarbeiter zu entlassen und rund 600 nur noch in Teilzeit zu beschäftigen. Dadurch solle die Nahrungsmittelhilfe gesichert werden.

UNRWA unterstützt nach eigenen Angaben im Gazastreifen rund eine Million Menschen mit Nahrungsmitteln - jeden zweiten Einwohner. Die Uno-Organisation betreibe zudem 275 Schulen und 22 Gesundheitszentren. Rund 270'000 Kinder besuchten Uno-Schulen.

Das US-Aussenministerium hatte die Streichung der Hilfen damit begründet, dass Washington einen überproportionalen Teil der Last schultern müsse. Zudem kritisierte es, dass die UNRWA zu viele Personen als Flüchtlinge anerkenne.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits zu Jahresbeginn Hilfen für die Palästinenser auf Eis gelegt, solange diese nicht zu Friedensverhandlungen mit Israel bereit sind.

Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas sagte, dass indirekte Verhandlungen mit Israel über eine Waffenruhe zum Erliegen gekommen seien. Schuld daran seien Israel und die Palästinensische Autonomiebehörde von Präsident Mahmud Abbas. Ägypten hat bisher bei den Gesprächen vermittelt.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 24. September 2018 11:27
aktualisiert: 24. September 2018 11:50