Neuer A1-Anschluss kommt gut an

Sarah Lippuner, 26. Juni 2018, 14:13 Uhr
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Die Einwohner von Goldach, Rorschach und Rorschacherberg sind zufrieden mit dem Projekt «AutobahnanschlussPlus», wie die öffentliche Vernehmlassung zeigt. Die drei Gemeinden sowie der Kanton St.Gallen haben den überarbeiteten Masterplan zwischenzeitlich verabschiedet.

«Wir sind erfreut über die vielen positiven Rückmeldungen und die motivierenden Kommentare aus der Bevölkerung», sagt Dominik Gemperli, Gemeindepräsident von Goldach und Vorsitzender der Steuerungsgruppe. Von rund 300 eingegangenen Antworten stehen gut drei Viertel der Einwohner dem Projekt positiv gegenüber. In Rorschacherberg waren es 90 Prozent, in Rorschach 77 Prozent und in Goldach knapp 69 Prozent. Auch Stellungnahmen von Parteien und Verbänden sowie kritische Anregungen, flossen in die Beratung der finalen Version des Masterplans ein.

Gegner wollen Referendum ergreifen

Der Verein «Kein3.Autobahnanschluss.ch» wehrt sich gegen den neuen Autobahnanschluss. «Die Information der Gemeinden war sehr einseitig, sie präsentierten der Bevölkerung quasi ein Wohlfühlprospekt und nicht die Realität», sagt Vizepräsident Felix Gemperle gegenüber FM1Today. Er und die 150 Mitglieder geben nicht auf, sie wollen das Projekt auf kommunaler Ebene verhindern. «Die Befürworter betreiben eine Verkehrspolitik aus dem letzten Jahrhundert. Die Menge des Verkehrs ist nicht das Problem, sondern dass er nicht fliesst», betont Gemperle, «dies würde sich zum Beispiel durch 30er-Zonen entspannen.»

Schon im vergangenen August weibelten der Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller und Regierungsrat Marc Mächler für den neuen Autobahnanschluss:

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Bevölkerung soll früh mitentscheiden

Bis Sommer 2021 soll nun ein bau- und finanzreifes Projekt vorliegen. Dazu hat der Kanton im April die Ingenieurleistungen zur Projektierung des Teils «Zubringer A1 Region Rorschach Kantonsstrasse zum See» ausgeschrieben. Die Bevölkerung soll möglichst früh in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. Entsprechende Abstimmungen sind bis November 2019 geplant.

Höchste Bewertung vom Bund

Nicht nur die Bevölkerung ist dem Projekt positiv gestimmt, auch der Bund bestätigt die Notwendigkeit. Das gesamte Agglomerationsprogramm St.Gallen-Bodensee erreichte in der Prüfung die im schweizweiten Vergleich höchste Anzahl von neun Wirkungspunkten. Damit weist der neue Anschluss den schweizweit zweithöchsten Nutzen aller Strassenprojekte auf.

Somit profitiert die Region von einem Mitfinanzierungsanteil von 35 Prozent aus dem Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfond NAF. Die Freigabe der Mittel wird im Frühling 2019 vom Bundesparlament beraten. Nationalrat und Rorschacher Stadtpräsident Thomas Müller ist zuversichtlich: «Das Projekt ist so gut aufgegleist, dass dieser Entscheid nur noch Formsache sein wird.»


Sarah Lippuner
veröffentlicht: 26. Juni 2018 12:10
aktualisiert: 26. Juni 2018 14:13