Pickerl: Online-Käufer müssen schnell sein

Praktikant FM1Today, 3. Januar 2019, 20:13 Uhr
Ab dem 1. Februar brauchen Autofahrer sowohl in der Schweiz als auch in Österreich eine neue Vignette. Besonders Grenzgänger nach Österreich müssen sich beeilen: Das digitale «Pickerl» muss früh bestellt werden. Bis die Vignette auch in der Schweiz online gelöst werden kann, dauert es noch einige Zeit.

Kratzen, ärgern und nochmals kratzen. Die alte Autobahnvignette wegmachen und die Neue anbringen, ist für viele Autofahrer jedes Jahr ein neues Ärgernis. In Österreich geht es seit dem vergangenen Jahr auch anders: Dort gibt es die Vignette digital. Dabei wird das Nummernschild online registriert, die Kontrolle erfolgt dann unter anderem mit automatischen Vignetten-Kontroll-Kameras, deren Standort ständig wechselt. Das «Pickerl» kostet 9,20 Euro für zehn Tage und 89,20 Euro für das ganze Jahr.

Die digitale Vignette gibt es in drei verschiedenen Ausführungen. (Screenshot: Asfinag)

Die Sache hat jedoch einen Haken: Weil es in Österreich ein Rücktrittsrecht auf Onlinekäufe gibt, kann jeder Kauf innerhalb von 14 Tagen annulliert werden. Das heisst für die Vignette, dass sie frühstens 18 Tage nach dem Kauf gültig ist, egal ob digital oder analog. Wer häufig auf Österreichs Strassen fährt, muss also bis Mitte Januar sein digitales «Pickerl» gelöst haben.

E-Vignette in der Schweiz kommt

In der Schweiz wird man die alte Vignette wohl noch länger von der Scheibe kratzen müssen. Der Bundesrat befasst sich schon seit sieben Jahren mit der E-Vignette, 2017 führte er eine Vernehmlassung zum Thema durch. Ende November 2018 folgte dann der Entscheid: In Zukunft soll es beide Varianten geben, die Klebevignette und eine elektronische Alternative.

Bis die digitale Vignette kommt, heisst es in der Schweiz noch immer kleben. (Bild: Eidgenössische Zollverwaltung)

Dafür arbeitet das Finanzdepartement bis Mitte dieses Jahres eine entsprechende Botschaft aus. Diese muss durch das Parlament – auch ein Referendum und damit eine Abstimmung sind noch möglich. Bis alle zuständigen Geräte und Computerprogramme eingekauft sind, kann es noch dauern. Die Bundesstellen rechnen damit, dass frühestens 2023 die Vignette im Netz gelöst werden kann.

Hohe Bussen

Egal, ob in Österreich oder der Schweiz: Wer ohne Vignette fährt, riskiert eine hohe Busse. In Österreich sind es 120 Euro, in der Schweiz 200 Franken.

Praktikant FM1Today
veröffentlicht: 3. Januar 2019 20:13
aktualisiert: 3. Januar 2019 20:13