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Preisvariable Skitickets erleben Boom

Angela Mueller, 30. April 2019, 05:48 Uhr
Die Schweiz gilt als Vorreiterin bei den flexiblen Skipass-Preisen, zahlreiche Skigebiete haben diese erfolgreich eingeführt. Auch das Skigebiet Pizol. Während der letzten Wintersaison wurden doppelt so viele preisvariable Tagespässe wie im Jahr zuvor verkauft.

Ohne Zweifel – für die meisten Schweizer Skigebiete war der letzte Winter eine erfolgreiche Saison. Der Schnee fiel reichlich und die Sonne schien an überdurchschnittlich vielen Wochenenden. Entsprechend zufrieden zeigen sich die Schweizer Skigebiete, auch im FM1-Land.

Doch es sind nicht nur die Wetterverhältnisse, die den Erfolg ausmachen. Immer mehr grössere Schweizer Skigebiete zeigen sich innovativ und setzen auf variable Ticketpreise. In verschiedenen Skigebieten in Graubünden profitieren zum Beispiel Frühbucher. «Wir waren sehr erstaunt, dass es so gut funktioniert hat. Über 50 Prozent der Mehrtageskartenkäufer haben im Vorfeld diese Tickets online gebucht», sagt Markus Meili, Vorstand der Oberengadiner Bergbahnen, gegenüber SRF.

Pizolbahnen mit guten Erfahrungen

Auch bei den Pizolbahnen kennt man variable Preise. Hier können Schneesportler die Tageskarten acht Tage vor dem gewünschten Datum kaufen und erhalten je nach Wetterprognose bis zu 50 Prozent Rabatt auf den Tagespreis von 55 und 58 Franken.

«Wir machen sehr positive Erfahrungen mit dem meteodynamischen Pricing», sagt Klaus Nussbaumer, Geschäftsführer der Pizolbahnen. Diese hatten vor drei Jahren das Modell in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule St.Gallen getestet und in der letzten Wintersaison definitiv eingeführt.

Bei den Pizolbahnen wurden etwa 18 Prozent aller Tageskarten mit variablen Preisen verkauft. «Das sind über 8000 preisdynamische Tickets und somit doppelt so viele wie in der Vorsaison», sagt Nussbaumer. Die Tickets sind nur online erhältlich. Der Vorteil für das Skigebiet: «An Schlechtwettertagen sind die Pisten besser ausgelastet als früher und der Gast profitiert von einem günstigeren Preis an diesem Tag.»

Andermatt-Sedrun steigert Gesamtumsatz

Die Ski-Arena Andermatt-Sedrun hat in der vergangenen Wintersaison zum zweiten Mal dynamische Preise angewandt. «Die Erfahrungen sind durchaus positiv. Wir konnten den Gesamtumsatz der Ski-Arena um 69 Prozent steigern. Das dynamische Pricing führt dazu, dass der Ertrag pro Ticket weiter zugenommen hat», sagt Stefan Kern, Leiter Kommunikation der Ski-Arena Andermatt-Sedrun.

Die dynamischen Preise sind in der Ski-Arena nicht nur vom Wetter, sondern auch vom Buchungszeitpunkt und von den Wochentagen abhängig. An zehn Mittwochen kostete die Tageskarte nur 10 Franken. Ansonsten lagen die tiefsten Preise im dynamischen Preismodell bei 39 Franken, an einzelnen Tagen kosteten sie bis zu 80 Franken.

Die Skiregion hat eine Rekordsaison hinter sich, was unter anderem auch daran liegt, dass die Verbindung von Andermatt nach Sedrun eröffnet wurde. «Die Kunden haben das dynamische Modell weitgehend akzeptiert und verstanden. Und wo möglich nutzen sie die Möglichkeiten, die es bietet, auch aus», sagt Kern.

Angela Mueller
veröffentlicht: 30. April 2019 05:48
aktualisiert: 30. April 2019 05:48