Sandoz wird Preisabsprache vorgeworfen

13. Mai 2019, 10:41 Uhr
Hat Ärger in der USA: Novartis-CEO Vas Narasimhan. (Archivbild)
Hat Ärger in der USA: Novartis-CEO Vas Narasimhan. (Archivbild)
© KEYSTONE/PATRICK STRAUB
Die Novartis-Tochter Sandoz ist ins Visier der US-Justiz geraten. Es geht um Verschwörung.

Wie am Wochenende bekannt wurde, führt der Generalstaatsanwalt William Tong aus Connecticut eine Koalition aus 44 US-Bundesstaaten an, die eine Klage gegen Teva Pharmaceuticals und 19 der grössten Generikahersteller eingereicht hat - darunter auch Sandoz. Ihr Vorwurf lautet Verschwörung.

So hätten die Konzerne über Jahre hinweg Preise abgesprochen, um diese künstlich zu erhöhen und zu manipulieren. Sie hätten damit den Wettbewerb zu verringert und den Handel mit mehr als 100 verschiedenen Generika unangemessen eingeschränkt.

Die Klage wurde beim U.S. District Court for the District of Connecticut eingereicht. Sie nennt zudem 15 einzelne leitende Angeklagte, die im Herzen der Verschwörung, für den Vertrieb, das Marketing, die Preisgestaltung und den Betrieb verantwortlich waren, heisst es in einer entsprechenden Pressemitteilung des Generalstaatsanwalts Tong.

«Die fraglichen Medikamente generieren mehrere Milliarden Dollar Umsatz in den USA. Die angeblichen Pläne führten zu erhöhten Preisen, die sich auf den Krankenversicherungsmarkt, von den Steuerzahlern finanzierte Gesundheitsprogramme wie Medicare und Medicaid und Einzelpersonen, die künstlich aufgeblähte Preise für ihre Rezepte zahlen müssen, auswirkten», heisst es in der Pressemitteilung weiter.

In mehr als 500 Seiten langen Anklageschrift wird auch Sandoz genannt. Gegenüber AWP bestätigt Novartis, dass «Sandoz in einem branchenweiten Rechtsstreit genannt wurde, an dem praktisch die gesamte generische Pharmaindustrie beteiligt ist.» Novartis glaube, dass die Vorwürfe unbegründet seien und werde diese «energisch» anfechten. Denn Sandoz nehme ihre kartellrechtlichen Verpflichtungen ernst.

Laut der Anklageschrift wird behauptet, dass Teva, Sandoz, Mylan, Pfizer und 16 andere Generikahersteller eine breit angelegte, koordinierte und systematische Kampagne durchgeführt haben, um sich zusammenzuschliessen, um Preise festzulegen, Märkte zuzuordnen und Angebote für mehr als 100 verschiedene Generika zu unterbreiten. In einigen Fällen haben die koordinierten Preiserhöhungen den Aussagen zufolge bei über 1'000 Prozent gelegen.

Mit der Klage werden Schadenersatz, zivilrechtliche Strafen und Klagen des Gerichts zur Wiederherstellung des Wettbewerbs auf dem Generikamarkt geltend gemacht.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 13. Mai 2019 10:32
aktualisiert: 13. Mai 2019 10:41