Tamedia/Goldbach und NZZ/AZ schliessen sich zusammen

29. August 2018, 16:31 Uhr
Blick auf das Tamedia-Gebäude in Zürich: Rund 20 Prozent der Leser beim Medienkonzern nutzen einen Werbeblocker. Für sie sind die Onlineseiten von "20Minuten" und "Tages-Anzeiger" künftig nur noch mit einer Gebühr zugänglich. (Archivbild)
Blick auf das Tamedia-Gebäude in Zürich: Rund 20 Prozent der Leser beim Medienkonzern nutzen einen Werbeblocker. Für sie sind die Onlineseiten von "20Minuten" und "Tages-Anzeiger" künftig nur noch mit einer Gebühr zugänglich. (Archivbild)
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Der Zürcher Medienkonzern Tamedia hat von der Eidgenössischen Wettbewerbskommission (Weko) grünes Licht zur Übernahme des Werbevermarkters Goldbach erhalten. Auch dem Zusammenschluss der AZ Medien mit der NZZ wurde die Genehmigung erteilt.

Nach einer vertieften Prüfung sei den Übernahmen ohne Auflagen oder Bedingungen zugestimmt worden, teilte die Weko am Donnerstag mit. Der Vollzug der Goldbach-Übernahme erfolge innerhalb der nächsten zehn Börsentage, heisst es in einer separaten Mitteilung der Goldbach Gruppe. Nach Abschluss des Verfahrens werde Tamedia die verbleibenden Minderheitsaktionäre entschädigen und die Goldbach Group dekotieren.

Bedenken beim Zusammenschluss von AZ und NZZ

In Bezug auf die Medienzusammenschlüsse der AZ Medien und des Verlagshauses NZZ äussert die Weko jedoch gewisse Bedenken. Es bestünden Anhaltspunkte, dass die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens in den Lesermärkten eine marktbeherrschende Stellung begründe oder verstärke. Dies betreffe insbesondere die Tageszeitungen in den Gebieten Solothurn und Aargau sowie den Zeitschriften-Werbemarkt im Bereich Gebäudetechnik.

Zudem gebe es Anhaltspunkte für eine gemeinsame Marktbeherrschung mit der «Basler Zeitung» im Lesermarkt für Tageszeitungen im Gebiet Basel sowie mit der Tamedia-Gruppe und der Ringier-Gruppe im Lesermarkt für Sonntagszeitungen.

Wettbewerb bleibt aufrecht

Allerdings sei nicht zu erwarten, dass die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens den beteiligten Unternehmen die Möglichkeit der Beseitigung wirksamen Wettbewerbs auf den genannten Märkten eröffnet. Nach dem Zusammenschluss verblieben weiterhin starke Konkurrenten wie Tamedia und Ringier, so die Weko weiter. Zudem führe der Zusammenschluss auf dem Markt für Sonntagszeitungen zu keiner relevanten Änderung der Wettbewerbssituation.

FM1Today gehört zur NZZ Mediengruppe und ist ebenfalls von diesem Zusammenschluss betroffen.
Quelle: SDA/red.
veröffentlicht: 16. August 2018 07:52
aktualisiert: 29. August 2018 16:31