Zurich-Übernahmekandidat RSA verkauft sein Lateinamerika-Geschäft

René Rödiger, 8. September 2015, 08:43 Uhr
Der Versicherungskonzern Zurich überlegt sich derzeit eine Übernahmeofferte für die britische RSA-Gruppe, die nun ihr Lateinamerika-Geschäft verkauft hat.
Der Versicherungskonzern Zurich überlegt sich derzeit eine Übernahmeofferte für die britische RSA-Gruppe, die nun ihr Lateinamerika-Geschäft verkauft hat.
© KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT
Die vom Versicherungskonzern Zurich umworbene britische RSA-Gruppe verkauft ihr Lateinamerika-Geschäft. Käuferin ist die Grupo de Inversiones Suramericana, wie RSA am Dienstag mitteilt. SURA bezahlt rund 403 Millionen Pfund (umgerechnet knapp 600 Millionen Franken).

Das Geschäft der RSA in Lateinamerika umfasse Präsenzen in Chile, Argentinien, Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Uruguay, hiess es von Seiten der britischen Versicherungsgesellschaft. Die RSA-Plattform zähle dabei zu den zehn grössten von internationalen Versicherern betriebenen Plattformen auf dem Kontinent.

RSA Latin America erwirtschaftete in der ersten Jahreshälfte Nettoprämieneinnahmen im Umfang von 333 Millionen Pfund und einen Gewinn von 9 Millionen Pfund.

Mit dem Verkauf der Aktivitäten in Lateinamerika will sich RSA nach eigenen Angaben auf ihre grössten Märkte in Grossbritannien, Irland, Skandinavien und Kanada fokussieren. Die Zurich Group, die noch bis am 22. September Zeit hat, allenfalls ein Kaufangebot für RSA zu unterbreiten, sei über den Verkauf in Kenntnis gesetzt worden.

Derweil klärt die Zurich weiter ab, ob sie die RSA Group übernehmen möchte oder nicht. Agenturmeldungen vom Montag zufolge hat sich die Zurich für diesen Schritt offenbar eine Brückenfinanzierung über 5,5 Milliarden Pfund gesichert. Dies signalisiert gemäss der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, dass der Schweizer Versicherer nach der ersten Interessensbekundung einer formellen Kaufofferte etwas nähergekommen ist.

Die Zurich hatte Ende August einen unverbindlichen Vorschlag über 550 Pence pro RSA-Aktie unterbreitet. Damit würde der britische Konkurrent mit knapp 5,6 Milliarden Pfund bewertet.

René Rödiger
Quelle: SDA
veröffentlicht: 8. September 2015 07:46
aktualisiert: 8. September 2015 08:43