«Xhaka und Shaqiri müssen gesperrt werden»

Roland Rino Büchel geht davon aus, dass die Fifa Xhaka, Shaqiri und eventuell auch Lichtsteiner sperren wird.
Roland Rino Büchel geht davon aus, dass die Fifa Xhaka, Shaqiri und eventuell auch Lichtsteiner sperren wird. © KEYSTONE/Peter Klaunzer (Archiv)
Nach den Doppeladler-Gesten der beiden Nati-Spieler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri wartet die Schweiz gespannt auf das Fifa-Urteil. Es wird am Montagnachmittag erwartet. Für den St.Galler SVP-Nationalrat und Fifa-Kritiker Roland Rino Büchel ist der Fall klar.

FM1Today: Das Fifa-Urteil in Sachen Doppeladler wird am Nachmittag erwartet. Wie schätzen sie die Situation ein?
Roland Rino Büchel: Eigentlich sind die Regeln ganz klar: Politische Aussagen führen zu Sanktionen. Ich bin gespannt, ob in diesem Fall Gründe gefunden werden, dies anders zu interpretieren.

Wie würde das Urteil aussehen?
Die Doppeladler der beiden Spieler Xhaka und Shaqiri sind ganz klar politische Aussagen. Werden die Fifa-Regeln richtig angewendet, muss dies leider zwangsläufig zu zwei Spielsperren und einer Busse von 8000 Franken führen.

Was würde dies konkret heissen?
Die beiden Spieler treten nicht gegen Costa Rica an und wären auch bei einem allfälligen Achtelfinal-Spiel gesperrt. Dies würde nicht nur für Xhaka und Shaqiri gelten, sondern wahrscheinlich auch für Captain Stephan Lichtsteiner.

Der Schweizer Fussballverband hat aber am Wochenende Verständnis gezeigt und moniert, dass es keine politischen Gesten waren.
Der SFV ist natürlich Partei und in sofern ist es richtig, dass er sich für seine Mannschaft und die Spieler einsetzt. Ich glaube allerdings, dass die Aussagen nicht sehr intelligent waren.

Weshalb?
Wenn der Verband sich auf die albanische Vergangenheit der Spieler bezieht, dann bekommen die Gesten noch viel klarer eine politische Aussage. Das wiederum führt zwangläufig zu Sanktionen.

Die Spieler sagen, es sei eine reine emotionale Geste gewesen, könnte das strafmildernd sein?
Das kann ich nicht beurteilen. Doch zwei Spielsperren und 8000 Franken Busse sind bereits das Minimum.

Steht für Sie bei diesem Fall die Glaubwürdigkeit der Fifa auf dem Spiel?
Es ist schon interessant, dass sich die ehemaligen Chefs der Fifa-Disziplinarkommission in den Medien geäussert haben. Schon das ist nicht die feine Art, aber es zeigt auch, wie brisant der Fall ist. Sie versuchen auch gegen das Reglement ein positives Urteil für die Nati zu erwirken.

Wie beurteilen Sie persönlich den Vorfall?
Ich finde es sehr schade, dass man sich vom Wichtigen, dem Sport, entfernt. Sportler monieren immer, man dürfe den Sport nicht von aussen her stören und nun machen die Sportler es selbst. Es ist nicht nur wenig intelligent, es ist richtiggehend dumm.

Warum ist das ein Problem?
Der Vorfall wirft die Mannschaft unglaublich durcheinander. Schon aus sportlicher Sicht waren die Gesten nicht intelligent und auch juristisch gesehen ist es sehr ungeschickt. An einer WM spielen alle Mannschaften der Welt zusammen, gerade deshalb ist es wichtig, sich richtig zu verhalten.

Roland Rino Büchel ist SVP-Nationalrat aus Oberriet SG, ehemaliger Manager im Marketing der Fifa und ausgewiesener Kritiker der Fifa-Strukturen.

(agm/foe)

Die Doppeladler-Affäre und die hängigen Fifa-Verfahren bleiben auch am Montag das grosse Thema im Trainingscamp der Schweizer Nationalmannschaft. Michael Lang und Gelson Fernandes äussern vor den Medien ihre Solidarität mit den drei betroffenen Teamkollegen:

(SDA)


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