Luzerner Kantonsgericht

Hat ein Mann seinen Partner mit Benzin angezündet?

29. Oktober 2020, 19:38 Uhr
In einem Streit soll er seinen damaligen Partner mit Sprit übergossen, angezündet und schwer verletzt haben. Die Vorwürfe gegen einen 50-jährigen Spanier sind happig. Bereits 2019 hatte ihn das Luzerner Kriminalgericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Weil er das Urteil nicht akzeptierte, landete der Fall heute vor dem Kantonsgericht.
Player spielt im Picture-in-Picture Modus

Quelle: PilatusToday

Kurz bevor der Abend im Dezember 2015 damit endete, dass sein Partner in der gemeinsamen Luzerner Wohnung plötzlich in Flammen stand, hätten die beiden «gefestet», gab der Angeklagte heute vor dem Kantonsgericht zu Protokoll. Wie es zum tragischen Ereignis kam, darüber gibt es verschiedene Behauptungen. Der Angeklagte gibt an, es sei ein Unfall oder gar ein Selbstmordversuch gewesen. Beim Versuch einen Brandfleck vom Wohnzimmertisch zu entfernen, habe er aus Versehen die falsche Flasche Putzmittel aus dem Keller geholt: eine Flasche mit Brennsprit. Mit dem Sprit in der Hand sei er schliesslich über brennende Kerzen gestolpert. Dabei habe sich die Flüssigkeit entzündet und seinen Partner in Flammen gesteckt, sagte der 50-jährige Spanier am Donnerstag vor Gericht aus.

«Eine Räubergeschichte»

Die Staatsanwaltschaft nannte diese Version eine «Räubergeschichte». Der mutmassliche Täter habe seinen Partner absichtlich nach einem Streit mit der brennbaren Flüssigkeit übergossen und mit einem Streichholz in Brand gesteckt. In erster Instanz folgte das Kriminalgericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Mann zu vier Jahren Freiheitsentzug. Das Urteil des Kantonsgerichts wird in den kommenden Tagen erwartet. (red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. Oktober 2020 19:38
aktualisiert: 29. Oktober 2020 19:38
Anzeige