Circus Knie feiert Premiere zum 100. Geburi

3 Generationen der Knies vereint: Bei der Jubiläumspremiere ist die ganze Familie in der Manege vereint.
3 Generationen der Knies vereint: Bei der Jubiläumspremiere ist die ganze Familie in der Manege vereint. © KEYSTONE/Melanie Duchene
Der Circus Knie feiert sein 100-jähriges Bestehen. Am Donnerstagabend geht die Premiere des 100. Zirkusjahres in Rapperswil über die Bühne.

Das Ostschweizer Fernsehen TVO hat die Zirkusfamilie Knie vor dem grossen Tag besucht und beim letzten Schliff der Vorstellungen begleitet, mit dem Zirkusdirektor auf die lange Geschichte des Circus zurückgeblickt und auch einen Blick in die Zukunft gewagt.

Geburtstagsparty beginnt mit Premiere

Das 100-Jahr-Jubiläum soll kräftig gefeiert werden. Das neue Zirkuszelt, das auf dieses Jahr angeschafft wurde, läutet ein neues Zeitalter ein. «Es ist grösser und etwas höher. Das gibt uns Platz für Motoren und man hat von überall eine gute Sicht», sagt Franco Knie, der technische Direktor.

TVO darf hinter die Kulissen im Zirkuszelt schauen, dort, wo sonst nur die Artisten sein dürfen. «Achtung, es hat überall Stolperfallen», warnt Franco Knie Reporterin Anja Müggler.

Die Premiere am Donnerstagabend in Rapperswil läutet das Geburtstagsjahr des Zirkus Knie ein. Mit dabei sind unter anderem die Comedians Giaccobo/Müller. Nicht in der Manege zu sehen sind wilde Tiere, darauf verzichtet der Zirkus Knie schon seit mehreren Jahren. «Man muss mit der Zeit gehen», sagt Zirkusdirektor Fredy Knie junior. Er gehört der sechsten Generation der Knie-Dynastie an.

Schwierige Zeiten im Zweiten Weltkrieg

1919 verliebte sich einer der Knie-Brüder in eine Akrobatin, dies war der Startschuss des Nationalzirkus. Zusammen mit seinen Brüdern kaufte er sich ein Zirkuszelt, der Circus Knie war geboren und wurde zum Nationalzirkus. In den letzten 100 Jahren zog die Familie Jahr für Jahr durch die ganze Schweiz, dabei erlebte sie nicht goldige, sondern auch schwarze Zeiten.

Der zweite Weltkrieg hat die Zirkusfamilie in eine Krise gestürzt, die Leute hatten andere Sorgen und kamen nicht zu den Zirkusvorstellungen. Deshalb haben die Knies damals entschieden, dass Angehörige des Militärs die Vorstellung für einen Franken besuchen durften.

«In der Manege weint man nicht»

Der jetzige Zirkusdirektor erinnert sich noch genau an seine erste Zirkusnummer. «Ich war etwa vier Jahre alt und bin auf dem Pony im Galopp in die Manege geritten. Einmal ist das Pony ausgerutscht und ich landete im Sägmehl. Ich hab mir nicht weh getan aber ich stand da, den Mund voller Sägmehl und hab mich so geärgert, ich hätte am liebsten losgeheult», erzählt Fredy Knie junior. «Aber mein Vater hat mich hochgehoben und gesagt, nicht weinen, das könnte ich hinter dem Vorhang tun.»

Nochmal 100 Jahre Zirkus Knie?

Dieses Motto lebt offenbar auch die heranwachsende Knie-Generation. Einige von Fredy Knies Enkel treten bereits in der Manege auf, sie wollen auch in Zukunft auf die Karte Zirkus setzen. Den Grossvater und Zirkusdirektor macht das stolz, er hofft, dass es dem Zirkus entsprechend auch in Zukunft gut geht. «Ich hoffe, dass das Schweizer Publikum dem Nationalzirkus so treu bleibt, wie schon in den letzten hundert Jahren.»

(enf)


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