Kanton Zürich

Am 27. März ist wieder Superwahltag – das musst du dazu wissen

Oliver Schneider, Lothar Lechner Bazzanella, 23. März 2022, 20:28 Uhr
Nächsten Sonntag wählen 147 Zürcher Gemeinden ihre Regierung. In neun Städten wird ausserdem das Parlament neu bestellt. Wir haben alle Informationen zusammengestellt, damit du weisst, wo am Sonntag was läuft.

Quelle: TeleZüri

Am 27. März ist Superwahltag im Kanton Zürich. Was, schon wieder? Haben wir nicht erst gerade gewählt? Ja, aber nur in Winterthur, Schlieren, Dietikon und in der Stadt Zürich. Jetzt sind nicht weniger als 147 der 162 Gemeinden des Kantons an der Reihe. In ihnen steht die Regierung zur Wahl.

In den neun Städten Bülach, Kloten, Opfikon, Wetzikon, Adliswil, Wädenswil, Illnau-Effretikon, Dübendorf und Uster sind die Stimmberechtigten ausserdem dazu aufgerufen, die Gemeindeparlamente für die kommenden vier Jahre zu bestimmen. Zusammen wohnen In diesen Gemeinden immerhin fast 215'000 Zürcherinnen und Zürcher. Hier ein Überblick über die Ausgangslage in den Städten.

Im Stadtrat von Bülach ist die Ausgangslage spannend, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Vier Amtierende aus dem siebenköpfigen Gremium treten nicht mehr an. Dagegen kandidieren sechs Neue. Im Bülacher Parlament tritt die Vereinigung Beobachter Stadt Bülach nicht mehr an. Dagegen versucht es Die Mitte erstmals mit einer Liste. Von 28 amtierenden Parlamentsmitgliedern treten elf nicht mehr zur Wahl an.

In Kloten treten alle sieben Stadtratsmitglieder wieder zur Wahl an. Mit Stadtpräsident René Huber von der SVP ist darunter auch der amtsälteste Stadtrat des Kantons Zürich. Der 65-Jährige sitzt seit 1994 im Stadtrat und kandidiert nun für eine fünfte Amtszeit als Klotener Stadtpräsident. Für den Gemeinderat bewerben sich kurioserweise auch zwei Familien mit mehreren Mitgliedern. Die eine für die GLP, die andere für die EVP.

In Opfikon treten erstmals die Grünen an

In Opfikon geht eine Ära zu Ende: Mit Paul Remund verzichtet der derzeit einzige FDP-Stadtpräsident des Kantons Zürich auf eine erneute Kandidatur. Die Partei schickt für ihn auch keinen Ersatz ins Rennen. Die übrigen sechs von sieben Mitgliedern des Stadtrats treten dagegen wieder an. Dazu kommen vier neue Anwärterinnen und Anwärter für die Exekutive. Im Parlament gibt es eine Neuheit: Erstmals treten die Grünen an. Deren Opfiker Sektion hatte sich erst im Dezember 2021 gegründet.

Um den Stadtrat von Wetzikon bahnt sich ein Kampf an. Drei Bisherige ziehen sich aus der Exekutive zurück. Sage und schreibe 13 Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich dagegen zur Wahl. Auch in der Legislative, die es erst seit acht Jahren gibt, dürfte es spannend werden. Die Situation ist stark zersplittert: Elf Parteien und Gruppierungen teilen sich die 36 Sitze.

In Adliswil bläst die Linke mit zwei Tierärztinnen zum Angriff.

© Daniel Kraft

Etwas weniger Kandidierende gibt es in Adliswil. Neun Kandidaten kämpfen dort um sieben Sitze, zwei amtierende Stadtratsmitglieder treten nicht mehr an. Im Grossen Gemeinderat bilden FDP und EVP seit 20 Jahren eine Fraktion. Diese Gemeinschaft soll nach den Wahlen aber aufgelöst werden. Die EVP schliesst sich der Mitte-/GLP-Fraktion an. Für Aufregung sorgte im Wahlkampf, dass SVP-Gemeinderat Christian Titus Administrator von Facebook-Gruppen war, in denen zu Gewalt gegen Politiker wie Alain Berset aufgerufen wurde. Die SVP distanzierte sich von Titus, er steht aber auf der offiziellen Wahlliste.

In Illnau-Effretikon treten gleich drei Stadtratsmitglieder nicht mehr an, zwei von der SP und ein FDP-Mitglied. Gute Chancen rechnet sich die SVP aus, die immerhin die stärkste Fraktion in der Legislative ist. Vier Stadtratmitglieder machen hingegen weiter. Spannend ist sicherlich die Personalie Heinrich von Bassewitz. Dieser kandidiert parteiunabhängig, nachdem er von der SVP ausgeschlossen wurde. Auch die Frage, wer nun Städtpräsident wird, beschäftigt die Parteien, allen voran die FDP. Wird deren Stadtrat Marco Nuzzi nicht zum Stapi gewählt, gibt es im gesamten Kanton kein FDP-Mitglied mehr, das dieses Amt innehat.

Neun Männer und eine Frau treten an

In Dübendorf hören zwei von insgesamt sieben Stadträten auf. Darunter Sozialvorsteherin Jaqueline Hofer von der SVP, die seit dem Sozialhilfe-Skandal aus dem Jahre 2020 hart in der Kritik steht. Dass die SVP jedoch einen Sitz verliert, scheint relativ unwahrscheinlich, hat sie mit zwölf von 40 Sitzen im Gemeinderat hier die Mehrheit. Insgesamt treten neun Männer und eine einzige Frau für die sieben Sitze im Stadtrat an. Und gerade die eine Frau – Susanne Hänni von der GLP und einzeln gewählte Schulpräsidentin – hat dem Tagesanzeiger zufolge sehr gute Chancen.

Das Wahlmotto der SVP-Kandidaten in Uster lautet: «Für d’Chrampfer»

© Roland Fischer

Gänzlich anders ist die Situation in Uster. Hier treten von den sieben Stadträten alle ausser das SVP-Mitglied wieder an. Heisst: Sofern nicht jemand der vier Grünen abgewählt wird, bleibt die Regierung in Uster links-grün. Letzteres will die SVP möglichst verhindern. Dies könnte jedoch alles andere als einfach werden, denn auch die Gemeinderätin Beatrice Caviezel von der GLP rechnet sich gute Chancen aus, in den Stadtrat zu kommen. Spannend an der Wahl in Uster: Zwar ist die Regierung mehrheitlich links-grün. Im Parlament ist die Situation aber keineswegs so klar: SP und Grüne haben im Gemeinderat nur 14 von insgesamt 36 Sitzen inne. Dies könnte auch für Überraschungen bei den Wahlen sorgen.

In Wädenswil, der letzten der neun Städte mit Parlament, kandidieren elf Kandidaten für die begehrten sieben Sitze. Unter diesen ist auch Christof Wolfer von der FDP. Kurios: Dieser hatte das Amt des Stadtrats schon vor über zwanzig Jahren inne. Von 1990 bis 1998 war er Teil der Regierung. Spannend in Wädenswil ist sicher, dass drei der ehemaligen Mitglieder der Exekutive nicht wieder antreten. Das lässt alle Parteien von links bis rechts hoffen, sich einen der begehrten Sitze zu angeln.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 24. März 2022 06:27
aktualisiert: 24. März 2022 06:27
Anzeige