Zwei Jahre Corona

Diese Massnahmen können auch in Zukunft gerne bleiben

Oliver Schneider, 17. Februar 2022, 14:06 Uhr
Wir mussten uns in den vergangenen zwei Jahren an so manche Regel gewöhnen. Viele davon schicken wir nun gerne in Rente. Manche Corona-Massnahmen haben sich aber durchaus als wünschenswert herausgestellt. Acht Veränderungen, die wir über die Pandemie hinaus gerne behalten würden.

Quelle: FM1Today/Marija Lepir

Seit fast genau zwei Jahren hat Corona die Welt im Griff: Am 28. Februar 2020 rief der Bundesrat die «besondere Lage» aus und verordnete der Schweiz die ersten Massnahmen. Über die Zeit kamen alle mögliche Dinge dazu, die unser Leben prägten. Shutdown, Reisebeschränkungen, Zertifikatspflicht, geschlossene Clubs, maskierte Gesichter überall: Die Liste ist lang und viele von uns können diese Wörter nicht mehr hören. Umso grösser ist die Erleichterung, dass der Bundesrat nun die Aufhebung der meisten Massnahmen gegen Corona beschlossen hat.

Aber waren wirklich alle Regeln und Veränderungen, mit denen wir uns seit Beginn der Pandemie arrangieren mussten, lästig, einschränkend und unerwünscht? Wir haben acht Dinge zusammengestellt, die wir auch nach Aufhebung aller offiziellen Massnahmen durch den Bundesrat nicht missen möchten.

1. Die Erhöhung der Limiten beim kontaktlosen Bezahlen

Was war das früher für ein Krampf. Die Limite, bis zu der man in Läden kontaktlos bezahlen konnte, lag vor Corona bei 40 Franken. War die Rechnung höher, musste die PIN eingegeben werden. Schon kurz nach Ausbruch der Pandemie verdoppelte die Finanzbranche diese Limite auf 80 Franken. Das Terminal zur PIN-Eingabe sollte nicht zur Virenschleuder werden. Postfinance erhöhte im August 2021 weiter auf 100 Franken. Und das kann auch gerne so bleiben.

2. Desinfektionsmittel in Läden, Restaurants, Museen, usw.

Sie begrüssen uns heute in fast jedem öffentlich zugänglichen Eingangsbereich: Dispenser für Desinfektionsmittel. Die Geräte und Fläschchen sollen das vom Bundesrat empfohlene Händewaschen überall und jederzeit erleichtern. Viele schätzen dieses Plus an Hygiene im Alltag. Deshalb wäre es wohl begrüssenswert, wenn uns die Dispenser auch in Zukunft erhalten bleiben würden. Nur: Auf Desinfektionsmittel, bei denen uns fast das Mittagessen wieder hochkommt, wenn uns ihr Geruch in die Nase steigt, verzichten wir gerne.

3. Automatische Türöffnung von Bus und Tram

Wer bei Regenwetter mit dem Schirm in der einen, dem kreischenden Nachwuchs an der anderen Hand an der Haltestelle steht, hatte in der Pandemie-Zeit wohl nichts dagegen, dass sich die Türen von Tram und Bus beim Stopp von selbst öffnen. Viele würden es begrüssen, wenn dieser Service auch nach Corona beibehalten würde.

Welche Veränderungen aus der Coronazeit möchtest du beibehalten? Sag es uns auf Whatsapp oder an zueritoday@chmedia.ch!

4. Wer krank ist, bleibt zu Hause

Eigentlich ist es selbstverständlich: Wer sich krank fühlt, Kopfweh oder Fieber hat, der bringt Husten und Schupfen nicht mit zu den anderen ins Büro, ins Vereinslokal oder in den Club. Wir sollen die Anzeichen von Krankheit auch in Zukunft ernst nehmen – uns selbst und den Mitmenschen zuliebe.

5. Breitere Akzeptanz für Homeoffice (für alle, die das möchten)

Vor der Pandemie haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber oft darum gestritten: Muss der Anfahrtsweg zum Büro wirklich jeden Tag sein? Lässt sich manche Arbeit nicht ebenso gut von zu Hause aus erledigen? Vielleicht sogar besser? Corona beendete den Kampf ums Homeoffice auf einen Schlag. Wer konnte, musste seine Aufgaben in den eigenen vier Wänden erledigen. Warum also nicht weiterhin den ein oder anderen Tag von zu Hause aus arbeiten? Das ist freilich nicht allen Berufsgruppen möglich. Aber die Vorteile – weniger Pendelverkehr, individuelle Arbeitszeiten, weniger Ablenkungen – wurden in der Pandemie deutlich. Zwar haben das noch nicht alle Chefs und Chefinnen wirklich verstanden, doch das Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben.

6. Mehr Aufmerksamkeit für Krankheiten – nicht nur für Covid-19

Wohl kaum je wurde eine Krankheit so minutiös überwacht, so intensiv von allen Seiten beleuchtet, wie Covid-19. Diese Aufmerksamkeit führte zu mancher Kontroverse, ist aber grundsätzlich eine gute Sache. Dabei soll es nicht darum gehen, täglich Fallzahlen, Impfquoten und Bundesrats-Statements nachzurennen. Dass Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit physische und psychische Erkrankungen im Blick behält und über ihre Wirkungen diskutiert, sollte aber auch in Zukunft beibehalten werden – auch im Hinblick auf künftige Pandemien. Redet miteinander!

7. Digitalisierung der Verwaltung

Die Pandemie hat die Baustelle Digitalisierung bei der öffentlichen Hand schonungslos offengelegt. Digitale Übermittlung von Infektionszahlen? Online-Schalter der Gemeinden? Arbeit im Homeoffice? Was in den Jahren zuvor undenkbar war, ging dann plötzlich doch – und sehr schnell. Das gilt auch für die Privatwirtschaft, doch in den Verwaltungen war die Entwicklung besonders augenfällig. Der digitale Schwung durch Corona darf hier gerne weiter wirken. Zumindest dort, wo es für die Bürgerinnen und Beamten das Leben leichter macht und einen Mehrwert bringt.

8. Begrüssungsrituale, wie sie uns gefallen

Praktisch von Tag 1 an hat Corona den Umgang untereinander auf den Kopf gestellt. Ein Händedruck zur Begrüssung? Wenn das Daniel Koch wüsste! Die Umarmung an der Familienfeier? Eine Freifahrt auf die Intensivstation! Es wird nun einige geben, die den Handschlag schon immer unhygienisch und überholt fanden, und deshalb auch künftig darauf verzichten wollen. Das sollten wir akzeptieren. Und es schadet wohl auch nicht, sich zu überlegen, welche Begrüssung wir wann und wem zukommen lassen.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 17. Februar 2022 13:20
aktualisiert: 17. Februar 2022 14:06
Anzeige