Kriminalität

So wenige Straftaten wie noch nie im Kanton Zürich

28. März 2022, 12:24 Uhr
Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr und die Kantonspolizei informieren heute über die Kriminalität im Jahr 2021. Alle Infos aus der Medienkonferenz findest du hier zum Nachlesen.
Mario Fehr, Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, informiert zur Kriminalstatistik des Jahres 2021.
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Die Polizei hat letztes Jahr im Kanton Zürich so wenige Straftaten wie noch nie seit der Erhebung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Jahr 2009 registriert. Gegenüber dem Vorjahr verzeichnete sie einen Rückgang um sechs Prozent – einzelne Bereiche, wie etwa Vergewaltigungen, nahmen jedoch zu.

Gute präventive Polizeiarbeit

Im Jahr 2021 wurden insgesamt 103'898 Straftaten von der Polizei registriert, wie es am Montag bei der PKS-Publikation hiess. Gegenüber dem Rekordjahr 2012 betrug die Abnahme über ein Viertel.

«Diese Statistik ist ein Beispiel für die erfolgreiche präventive Polizeiarbeit», sagte Sicherheitsvorsteher Mario Fehr (parteilos). «Als Politiker kann man eigentlich nur stolz sein auf diese Polizei.»

Gegentrend bei Vergewaltigungen

Dem Gesamttrend entgegen, läuft jedoch die Zahl der Vergewaltigungen. Diese erreichten laut PKS letztes Jahr, wie bereits im Vorjahr, einen Höchstwert. 2021 wurde mit 192 Fällen eine Zunahme von über 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (182 Fälle) registriert. Die Aufklärungsquote verminderte sich von 90,7 Prozent im Jahr 2020 auf 81,2 Prozent im Jahr 2021.

Die Fälle konzentrierten sich vor allem auf die Stadt Zürich und traten am häufigsten in den Sommermonaten auf. Insgesamt wurden letztes Jahr mit 10'544 erfassten Fällen rund 1,5 Prozent weniger Gewalt- und Sexualdelikte registriert als im Vorjahr.

Ein Anstieg war auch bei den Erpressungen (2021: 348 Fälle) zu verzeichnen, und zwar gleich um 73 Prozent. Das hängt laut PKS jedoch mit einer Serie von knapp 50 Erpressungsversuchen der gleichen Täterschaft zusammen. Generell begünstigt die Digitalisierung allerdings solche Delikte.

Grosser Aufwand bei Cybercrime

Cybercrime und digitalisierte Kriminalität gilt denn auch als schnell wachsender Bereich. Letztes Jahr wurden allerdings «nur» 815 Straftaten gezählt, die im engeren Sinne zu Cybercrime zählen – das sind Straftaten, die ausserhalb der digitalen Welt so nicht möglich sind. Etwa Hacking oder der Einsatz von Ransomware.

Sie machten damit knapp ein Prozent aller registrierten Verstösse gegen das Strafgesetzbuch (StGB) aus. Solche Fälle schlagen jedoch oft mit hohen Deliktssummen und einem grossen Ermittlungsaufwand zu Buche.

Mehr Gewalt und Drohung gegen Beamte

Zugenommen hat auch die Anzahl jugendlicher Beschuldigter wegen Verstössen gegen das StGB, und zwar um rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht. Laut PKS fallen vor allem die Zunahmen bei Delikten gegen Leib und Leben (plus 3 Prozent) und bei Gewalt und Drohung gegen Beamte (plus 13 Prozent) ins Gewicht.

Letztes Jahr legte die Polizei unter anderem zudem ein besonderes Augenmerk auf häusliche Gewalt, wie es am Mittwoch hiess. 18 Mal pro Tag musste sie deswegen ausrücken. Etwa jeder fünfte Fall zog Schutzmassnahmen gemäss dem Gewaltschutzgesetz (GSG) nach sich. Die Sicherheitsdirektion hat den Beratungsstellen und Frauenhäusern zudem zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt für pandemiebezogene Mehrkosten.

Schweizweiter Rückgang erfasster Straftaten

Schweizweit ist die Zahl der registrierten Straftaten im Jahr 2021 zum neunten Mal in Folge zurückgegangen, wie die Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS) am Montag mitteilte. Insgesamt wurden 415'008 Verstösse gegen das StGB erfasst, was einem Rückgang von 1,6 Prozent zum Vorjahr entspricht. Die digitale Kriminalität (30'351 erfasste Fälle) stieg jedoch um knapp ein Viertel an.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 28. März 2022 09:27
aktualisiert: 28. März 2022 12:24