Zoo Zürich

Zweiter Elefant infiziert sich mit tödlichem Virus

8. Juli 2022, 11:49 Uhr
Nur wenige Tage nach dem Tod des Elefanten Umesh im Zoo Zürich hat sich ein weiteres Tier mit dem tödlichen Herpesvirus infiziert. Das Tier befindet sich in kritischem Zustand und wird derzeit behandelt. Zudem zeigen auch andere Elefanten Anzeichen erhöhter Virenlast.

Quelle: ZüriToday / Robin Luijten / Zoo Zürich

Ende Juni ist der zweijährige Elefantenbulle Umesh im Zoo Zürich gestorben. Er erlag einem gefährlichen Herpesvirus. Nach dem tragischen Tod des jungen Tieres gibt es nun einen weiteren kritischen Herpesfall bei der Elefantenkuh Omysha. Dies meldet der Zoo in einer Mitteilung.

Das Virus habe sich im Körper von Omysha bereits stark vermehrt und dadurch die für Elefanten typische Krankheit «Elephant Endotheliotropic Herpes Virus» ausgelöst. Die Behandlung mit antiviralen Medikamenten und Transfusionen läuft derzeit rund um die Uhr. «Omysha ist jetzt acht Jahre alt und damit am Ende der Altersspanne, bei der man weiss, dass die Elefanten sehr anfällig dafür sind», sagt Mediensprecher Severin Dressen. Es sei derzeit ein intensiver Kampf.

Weitverbreitetes Virus 

Omysha ist die Halbschwester des verstorbenen Elefäntlis Umesh. Sie haben dieselbe Mutter. Erst Mitte Juni feierte Omysha ihren achten Geburtstag. Neben Omysha leben im Zürcher Zoo noch sechs weitere Artgenossen im Elefantenpark.

Der Zoo meldet auch bei anderen Elefanten eine erhöhte Anzahl Viren im Körper. Das Virus sei bei ihnen aktiv. Besonders auf die fünfjährige Ruwani hat der Zoo ein Auge. Weil der Schwellenwert noch nicht überschritten ist, startet der Zoo bei diesen Tieren noch nicht mit der Therapie. Perioden mit einer erhöhten Virenlast kommen laut der Mitteilung immer wieder vor. Die Elefanten können dadurch Antikörper bilden.

In der Tierwelt ist das Herpes-Virus weitverbreitet und die meisten Elefanten infizieren sich damit. Das Virus sei für Asiatische Elefanten zwar typisch, aber auch sehr gefährlich, meldet der Zoo Zürich.

Tod innert wenigen Stunden 

Bricht das Virus aus, kann es zu inneren Blutungen und multiplem Organversagen führen. Unter Umständen kann die Krankheit nur wenige Stunden oder Tage nach Ausbruch zum Tod führen. Es gibt zudem keine Impfung gegen das Virus, darum kann es erst nach Ausbruch behandelt werden. Etwa knapp 30 Prozent der Behandlungen verlaufen positiv. Die Krankheit führt vor allem bei jungen Tieren zum Tod.

Das kurze Leben von Umesh im Video:

Quelle: ZüriToday / Robin Luijten / Zoo Zürich

(log)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 8. Juli 2022 11:00
aktualisiert: 8. Juli 2022 11:49
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