400’000 zusätzliche “Starts und Landungen” in Friedrichshafen

Markus Neumann (links) und Harald Loichinger vom Imkerverein Tettnang-Friedrichshafen.
Markus Neumann (links) und Harald Loichinger vom Imkerverein Tettnang-Friedrichshafen. © Flughafen Friedrichshafen
Am Bodensee-Airport Friedrichshafen herrscht künftig (noch) mehr Flugbetrieb. Dies aber nicht durch mehr Flugzeuge, sondern durch 400’000 Bienen. Die Insekten wurden extra auf dem Flughafen angesiedelt, um dort Honig zu produzieren.

Insgesamt neun Bienenvölker wurden im April am nordöstlichen Rand des Flughafengeländes angesiedelt. Und die Bienen scheinen sich in ihrem neuen, ungewöhnlichen Zuhause wohl zu fühlen. “Auf dem Flughafengelände finden sich optimale Voraussetzungen für die Bienenvölker. Es gibt hier eine besonders große Vielfalt an unbelasteten Kräutern, Gräsern, Blumen, Sträuchern und Bäumen, weil es hier weder Düngung noch den Einsatz von Pestiziden gibt”, sagt Harald Loichinger vom Imkerverein Tettnang-Friedrichshafen.

Ab ins Labor

Noch im Juni soll der erste “Flughafen-Honig” geerntet werden. Dieser wird dann von einem unabhängigen Lebensmittellabor gemäss den Vorschriften für Speisehonig untersucht. “Wir erwarten, dass der Honig einwandfrei ist und allen Bestimmungen der deutschen Honigverordnung und den Qualitätsrichtlinien des Deutschen Imkerbundes entspricht”, zeigt sich Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer vom Flughafen Friedrichshafen, zuversichtlich. Gemäss ihm ist die Schadstoffbelastung am Flughafen kleiner als erwartet. Bei vergleichbaren Projekten an anderen Flughäfen seien auf jeden Fall keine Rückstände von Schadstoffen gefunden worden.

Flughafen-CEO Claus-Dieter Wehr (ganz links) begutachtet zusammen mit Markus Neumann und Harald Loichinger vom Imkerverein Tettnang-Friedrichshafen die “Flughafen-Bienen”. Bild: Flughafen Friedrichshafen

Die Verantwortlichen des Flughafens erhoffen sich durch das “Bienen-Projekt” auch Aussagen über die Umweltqualität in der Flughafenumgebung. Denn Bienen reagieren sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Das macht sie zu idealen Biodetektiven. Ausserdem sei man sich der grossen Verantwortung für den Umweltschutz und der Artenvielfalt im Bodenseeraum bewusst, betont Claus-Dieter Wehr.

Als Geschenk abgeben

Die 400’000 Bienen sollen den Flughafen nun auch geschmacklich zu einem Erlebnis machen. Den “Flughafen-Honig” wollen die Verantwortlichen als kleines Geschenk bei Empfängen und anderen besonderen Anlässen abgeben – als originelles, sozusagen selbstgemachtes Präsent.

(uli)


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