43:0 und Kündigung mitten im Spiel

Und schon wieder zappelt der Ball im Netz.
Und schon wieder zappelt der Ball im Netz. © Jan Kruger/Getty Images
So ein kurioses Fussballspiel hat es wohl noch nicht oft gegeben: In der deutschen Kreisliga C Oberhausen-Bottrop deklassiert der PSV Oberhausen den SV Vonderort gleich mit 43:0. Allerdings war’s das noch nicht.

Ganze 23 Zuschauer kamen zur Partie Oberhausen-Vonderort letztes Wochenende in der Kreisliga C Oberhausen-Bottrop, der niedrigsten Spielklasse im deutschen Fussball. Die Zaungäste sollten ein merkwürdiges Spiel erleben.

Der PSV Oberhausen deklassierte Vonderort mit 43:0. Das ist jedoch nur die Hälfte der Geschichte. In der Begegnung gab es mehrere Verletzte, eine Kündigung, unglaubliche Fairness und zum Schluss eine Kiste Bier.

Nur elf Spieler dabei

Die Vorzeichen für Vonderort standen schon vor Anpfiff schlecht. Nur elf Spieler standen Trainerin Yvonne Liesenfeld zur Verfügung. Einige der Spieler waren Altherren, die als Ersatz eingesprungen waren. Der älteste Spieler war 55, der jüngste 20, sagte SV-Geschäftsführer Christian Schröer gegenüber N24.

Nach rund 15 Minuten stand es 4:0 für Oberhausen, noch hätte eine Blamage abgewendet werden können. Trotzdem hatte ein Vonderort-Spieler bereits genug. Er verschwand in die Kabine. Als er zurück kam, drückte er der Trainerin seine Kündigung in die Hand.

Acht gegen acht auf dem Feld

Es kam noch schlimmer: Noch vor der Pause verletzten sich zwei Spieler von Vonderort, die Mannschaft war damit inklusive der Kündigung nur noch zu Acht. Angesichts der komfortablen Führung konnte sich Oberhausen ein bisschen Fairness leisten. Sie nahmen freiwillig drei Spieler vom Feld und so ging die Partie mit acht gegen acht weiter.

Trotzdem trafen die Oberhauser weiter im Minutentakt. Trainerin Liesenfeld lobte den Vonderort-Goalie Marco Kwiotek: “Er ist immer wieder aufgestanden und hat sogar noch Schlimmeres verhindert.”

Bier für den Verlierer

Zur Pause stand es 20:0, die Trainerin empfahl den Spielern, die Partie abzubrechen. Allerdings wollten diese das nicht und spielten weiter. Der Abteilungsleiter Fussball beim PSV Oberhausen lobt dafür den absolut unterlegenen Gegner: “Es ist nicht selbstverständlich, dass man ein Schicksal so über sich ergehen lässt und bis zum Schluss so fair bleibt.” Als Dankeschön gab es vom PSV noch eine Kiste Bier für die Verlierer.

Damit bleibt Vonderort auch nach sechs Spieltagen ohne Punkt. Liesenfeld: “Wir wollen jetzt erst richtig Gas geben.”

(red.)


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