Abtauchen in eine neue Welt

Von Lara Abderhalden
Der Tauchgang ist fertig, die Kinder erschöpft.
Der Tauchgang ist fertig, die Kinder erschöpft. © Lara Abderhalden
Bei den aktuellen Temperaturen lohnt sich ein “Gump” ins kühle Nass: Dies machen auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Tauchlagers in Diepoldsau. Sie absolvieren in dieser Woche ihr Taucherbrevet – und das ist nicht immer nur Spass.

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Überall liegen Kisten herum. Die Neoprenanzüge sind zum Trocknen über die Äste gehängt. Die Schüler liegen wie faule Zwetschgen auf der Wiese. Es ist Mittagszeit, doch ans Aufstehen mögen die Jugendlichen noch nicht denken.

Plötzlich wird die Idylle gestört. Die müden Mäuschen verwandeln sich in gumpende Gemsli, die Kinder ziehen sich aus und greifen nach ihrer Ausrüstung. Es ist Zeit: Der nächste Tauchgang steht auf dem Programm.

Die Schönheit der Schwerelosigkeit

“Gegen das Ende der Woche merkt man, dass die Teilnehmer langsam müde werden”, sagt Christoph Zingg von der Tauchschule Zingg Dive in Mörschwil. Er leitet das Tauchlager in Diepoldsau und gibt nun Anweisungen. “Zieht euch um und macht eure Ausrüstung bereit.” Die Jugendlichen gehorchen. Zu zweit nähern sie sich ihren Kisten, packen die Neoprenanzüge, zwängen sich hinein und kontrollieren ihr Material.

“Vor jedem Tauchgang muss man kontrollieren, ob alles richtig eingestellt ist”, sagt Julian aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden. Für ihn ist es das erste Tauchlager und er geniesst es: “Unter Wasser ist alles so leicht und schwerelos”, schwärmt er. Dabei sei es zuerst sein Cousin gewesen, der ihn zum Lager überredet hat. Mittlerweile habe er aber grossen Gefallen an der Unterwasserwelt gefunden.

“Ich fühle mich unter Wasser so leicht”, sagt Nina, die jüngste Teilnehmerin. Sie versucht gerade die schwere Sauerstoffflasche auf ihren Rücken zu bekommen. “Ich muss mich ab und zu nach vorne beugen, um das Gewicht zu tragen.”

Tauchen muss gelernt sein

Ist das Material erst einmal gerichtet, die Flossen umgeschnallt und die Taucherbrille auf der Stirn platziert, kann es losgehen. Das ganze Strandbad in Diepoldsau hat die Augen auf die Zehnergruppe von Tauchern gerichtet und einige Badegäste fragen sich, was die denn hier machen. “Tauchen lernen”, erklärt Christoph Zingg. Das Strandbad eigne sich perfekt für die Grundlagen zum Tauchbrevet. Mit diesem dürfen die Kinder am Ende der Woche nach Hause gehen.

Und während die Badegäste sich wieder ihrem Roman, dem Sprungturm oder der Portion Pommes widmen, ist von den Tauchlehrlingen bald nicht mehr viel mehr zu sehen als ein Blubbern. Was unter Wasser passiert, ist für die Gäste unsichtbar, für die Schüler aber der schönste Teil des Lagers.

Faszinierende Unterwasserwelt

“Ich habe neulich einen Hecht gesehen, der einen anderen Fisch im Mund hatte”, schwärmt Nina. Sie ist noch ganz ausser Atem vom Tauchgang. “Man sieht immer wieder andere Fische.”

Die meisten der Teilnehmenden haben in diesem Sommerlager ihren ersten Tauchgang in ihrem Leben gemacht. Klar, dass ein bisschen Angst dabei war: “Man weiss halt am Anfang nicht, was einem erwartet”, erklärt Julian. Mit jedem neuen Tauchgang werde man aber sicherer und könne es mehr geniessen.

Der grosse Tauchgang im Bodensee

Als Highlight der Woche dürfen die fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Freitag noch einen Tauchgang im Bodensee machen. “Das ist nochmals anders”, erklärt Christoph Zingg. Da sei man in einem noch tieferen Gewässer, in dem es noch mehr von der Unterwasserwelt zu entdecken gibt.

Der Tauchgang für heute ist vorbei. Die Ausrüstung wird in die Kisten verstaut. Neoprenanzüge dekorieren die Bäume und die Jugendlichen machen es sich auf ihren “Tüechli” bequem, erneut mögen sie ans Aufstehen nicht mehr denken.

(abl)


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