“Das Töten einer Kuh ist das Schlimmste”

Mutterkühe versuchen ihr Kalb immer zu schützen.
Mutterkühe versuchen ihr Kalb immer zu schützen. © KEYSTONE/Arno Balzarini (Symbolbild)
Weil eine Mutterkuh einen Wanderer angegriffen hat, wurde sie in Davos erschossen. Der Wanderweg bleibt vorübergehend gesperrt.

Eigentlich sind Kühe ganz harmlos. Ausser, ein Junges ist in der Nähe. Dann kommt, wie bei uns Menschen, der Mutterinstinkt zur Geltung. So auch am vergangenen Wochenende in Davos. Ein Wanderer war zwischen dem Rinerhorn und Davos Monstein unterwegs. Er kam dabei etwas zu nahe an eine Mutterkuh heran. Diese versuchte ihr Kalb zu schützen, und griff den Wanderer an, bestätigt die Kantonspolizei Graubünden eine Meldung der Südostschweiz.

“Schlimm, wenn man eine Kuh töten muss”

“Wenn Mutterkühe ihr Kalb dabei haben, sind sie besonders aggressiv”, sagt Daniel Zinsli von der Kantonspolizei Graubünden. Das Alppersonal habe vergeblich versucht, die Kuh vom Wanderweg zu vertreiben. Weil sie sich nicht beruhigen liess, musste ein Wildhüter das Tier, welches einem Landwirt aus dem Unterland gehörte, erschiessen. “Das ist etwas vom Allerschlimmsten, wenn man eine Kuh töten muss”, sagt der Wildhüter Thomas Fankhauser. Kühe seien Nutztiere und keine Tiere, die geschlachtet werden. “Es ist schon sehr emotional”, man wisse, dass man nur seine Pflicht getan habe “aber man fragt sich im Nachhinein auch, warum die Kuh so blöd tun musste.”

Thomas Fankhauser hat selbst Mutterkühe und weiss, wie gefährlich diese sein können: “Wenn Kühe ein Junges beschützen, sind sie unberechenbar”. Da hätte gar ein Spitzensportler keine Chance zu fliehen, die Kühe lassen nicht von ihrem Opfer ab, bis es regungslos am Boden liegt.

Wanderwege sollen verschoben werden

“Der Wanderer wurde nicht verletzt. Er konnte der Kuh entkommen”, so Daniel Zinsli. Trotzdem müsse man sich überlegen, ob man Wanderwege auch in Zukunft durch die Weiden von Kühen machen will. Bereits in vergangenen Jahren kam es zu ähnlichen Vorfällen. “Wir müssen von Fall zu Fall entscheiden, ob wir entsprechende Massnahmen einleiten.” Allerdings hängen solche Vorfälle oft mit der Haltung der Tiere zusammen, betont Daniel Zinsli: “Werden Mutterkühe richtig gehalten, kann so etwas kaum passieren.”

Der Wanderweg zwischen der Hauseralp, der Oberalp und Monstein wurde umgehend gesperrt und bleibt dies auch noch bis mindestens Mittwoch.

(abl)


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