Angst vor Handy-Antenne in Bad Ragaz

In Bad Ragaz soll eine Mobilfunkantenne in einem Wohnquartier gebaut werden. Die Anwohner wehren sich.
In Bad Ragaz soll eine Mobilfunkantenne in einem Wohnquartier gebaut werden. Die Anwohner wehren sich. © istock (Symbolbild)
In Bad Ragaz soll erstmals in einer Wohnzone eine Mobilfunkantenne gebaut werden. Dagegen formiert sich Widerstand in der Bevölkerung. Bei der Gemeinde sind schon über 30 Einsprachen eingegangen.

Der Mobilfunkanbieter Salt rüstet im Sarganserland auf, wie der Sarganserländer berichtete. Für einen besseren Salt-Empfang, sollen in Vilters-Wangs, Mels, Sargans, Flums und in einem Wohnquartiert in Bad Ragaz Mobilfunkantennen errichtet werden. In Bad Ragaz stösst das Vorhaben auf Widerstand.

Einsprachen bei der Gemeinde

Während der Frist vom 22. Januar bis 5. Februar gab es über 30 Einzeleinsprachen, bestätigt der Bad Ragazer Gemeindepräsident Daniel Bühler. Auch eine Sammeleinsprache mit über 200 Unterschriften ist eingegangen. «Sie alle werden jetzt geprüft, dies könnte einige Zeit dauern», so Bühler. «Wir werden jetzt Schritt für Schritt den ganzen Baubewilligungsprozess durchführen.»

Der Lauf der Zeit

Dass eine Mobilfunkantenne, welche mitten in einem Wohnquartier an der Pizolstrasse entstehen soll, bei den Bewohnern Emotionen auslöst, müsse man hinnehmen, sagt Daniel Bühler. «Wir akzeptieren es, dass die Betroffenen Schwierigkeiten und Befürchtungen bezüglich der Strahlung haben. Jedoch wollen auch alle eine schnelle Handy-Verbindung und überall erreichbar sein. Somit müssen die Mobilfunkanbieter Sendemasten zu Verfügung stellen, dies ist der Lauf der Zeit.»

Grundsätzlich seien die Behörden sehr sensibilisiert auf das Thema. «Es gibt einen Leitfaden vom Bundesamt für Umwelt und dem Schweizerischer Gemeinde- und Städteverband. Dort werden Vorgehensweisen aufgeführt, wonach wir uns richten.»

Angst vor Gesundheitsschäden

Dies reicht aber nicht aus. Die Interessensgemeinschaft «IG Stopp Neubau Mobilfunkanlagen», welche die Sammeleinsprache eingereicht hat, will, dass die Bevölkerung über die Regeln und Rahmenbestimmungen mitbestimmen kann. «Ich finde es nicht richtig, dass ein Mobilfunkanbieter und Grundeigentümer darüber entscheiden, wo in Bad Ragaz erstmals eine Mobilfunkantenne entstehen soll», sagt Mitinitiant Marc Pittner.

Marc Pittners Haus ist rund 100 Meter Luftlinie vom geplanten Bauort entfernt. «Für uns Bewohner besteht ein Risiko gesundheitlicher Schäden, das kann man bis jetzt nicht wiederlegen. Im Quartier wohnen viele Familien und wir sorgen uns um das Wohl der Kinder, die allenfalls sehr lang dem Elektrosmog ausgesetzt wären. Ausserdem könnten auch die Liegenschaften im Quartier entwertet werden.» Laut Pittner wurde schnell klar, dass der Unmut in der Bevölkerung gross ist. «Wir haben innert kürzester Zeit 200 Unterschriften zusammen gebracht.»

Keine Antennen in der Wohnzone

Der Gemeinschaft gehe es nicht nur um diese Antenne, sondern darum, dass grundsätzlich keine Antennen in Wohnzonen gebaut werden dürfen. Pittner: «Wir wollen, dass solche Antennen nur auf der Grundlage einer Planung erstellt werden, bei der die öffentlichen Interessen berücksichtigt werden. Das Thema betrifft viele Bewohner, deshalb sollte die Bevölkerung bei der Planung mitreden dürfen.»


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