Saisoneffekt lässt Arbeitslosenquote sinken

Eine RAV-Mitarbeiterin berät am Schalter eine Frau: Laut neusten Zahlen mussten im März gut 6000 Personen weniger den Gang auf das Arbeitsvermittlungszentrum   antreten als noch im Februar (Archiv).
Eine RAV-Mitarbeiterin berät am Schalter eine Frau: Laut neusten Zahlen mussten im März gut 6000 Personen weniger den Gang auf das Arbeitsvermittlungszentrum antreten als noch im Februar (Archiv). © KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Die Arbeitslosenquote hat im März überraschend deutlich abgenommen. Der Rückgang ist breit abgestützt und zeigt sich über sämtliche Branchen und Regionen. Die Gründe sind allerdings ausschliesslich saisonaler Natur.

So nahm die saisonbereinigte Quote gegenüber Februar um 0,1 Prozentpunkte auf 3,5 Prozent zu, wie aus den neusten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) hervorgeht. Damit hat der saisonale Effekt die konjunkturelle Entwicklung überkompensiert.

Dies zeigt sich insbesondere bei der Jugendarbeitslosigkeit. Die Quote bei den 15- bis 24-jährigen sank vom 1. März bis zum 31. März um 0,2 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. In absoluten Zahlen entspricht dies einem Rückgang um 1584 Personen (-7,7 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit reagiert besonders stark auf saisonale Veränderungen, da bei den temporären Anstellungen der Anteil der 15- bis 24-jährigen traditionell hoch ist.

Laut Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit im Seco, wird sich dieser saisonale Effekt noch bis in den Juni oder Juli hinein fortsetzen. Alles in allem habe das Risiko arbeitslos zu werden leicht abgenommen, die Dauer der Arbeitslosigkeit jedoch leicht zugenommen, sagte Zürcher an einer Telefonkonferenz am Freitag.

Ohne saisonale Effekte sank die Arbeitslosenquote von Februar auf März um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Die Zahl der bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren RAV registrierten Personen betrug Ende März 155’324. Das waren 6093 weniger als noch im Februar.

Zürcher interpretiert diese Zahlen als überraschend positiv. Der Rückgang sei stärker ausgefallen als erwartet. Im Vorjahresvergleich erhöhte sich die Arbeitslosigkeit allerdings um 10’216 Personen (+7,0 Prozent)

Inwiefern sich der Arbeitsplatzabbau im Zuge der Frankenaufwertung in den Zahlen des Seco niederschlägt, lässt sich nicht eindeutig sagen. Ein Hinweis könnte laut Boris Zürcher die Langzeitarbeitslosigkeit liefern, da hier die strukturelle Komponente besonders zum Ausdruck komme. Bei jenen Personen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, zeige sich aber keine signifikante Veränderung.

(SDA)


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